Seite - 393 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.241–243 393
[3.] Undwelher sichalsozumaister setzenwil,der solmit seinselbshanddiemaister-
schafftbeweisenunddiebdrewstukchmachenkùnnen:voncerstenainspilpret, itemaind
zesamgelegten tischmit leisten, itemainen ingestossten zwelifegkaten tischmit leisstenc.
Auch hat im der rat gantzen und vollen gewalt vorbehalten, die benanten artigkel zu
verkern, zemynnernundzemernodergantz zuvernichtten,wieundwan indesverlusst.
243.
Der Bürgermeister und der Rat [der Stadt Wien] erneuern auf Bitte der Tischler denselben
derenOrdnung.
1504März2.
HWOBfol.120v.
Teildruck: Uhlirz, Gewerbe 728. – Literatur: Uhlirz, Gewerbe 728; Zatschek, Handwerks-
ordnungen39; Jaritz,Produktion46f.;Kirchweger,Kunsthandwerk573.
Anno Domini etc. quingentesimo quarto des sambstags vor dem suntag Reminiscere in
der Vassten haben die herrn burgermaister und rate den maistern tischerhanntwerchs,
irennmitburgernnhie,die altenordnung ireshanntwerchsumbpessers aufnemenwillen
desselben ires hanntwerchs und nach gelegnhait der zeit und wèsens in ettlichen stukhen
und articln geènndert und ine auf ir begernn ain newe ordnung mit irm wissen aufge-
richt und gemacht, die sy also auf irem hanndtwerch nù fùrbaser halten und sich der
gebrauchen sùllen,nàmlich:
[1.] Alsowelcher sich fùrbaser aufdemhantwerchzumaister setzenwelle,der solha-
benaineelichehausfraunodersichmitainerelichenhausfrauninner jarsfristverheyraten,
soferr er anders gesunthait des leibs zu heyratn geschikht ist, und ain redliche kuntschaft
bringen, von dann er kòmen sey, das er sich daselbs erberlich und frùmbclich enthalten
und seine lerjar ausgedint hab, oder er beweise das hie vor dem rate mit erbern lewten,
und gewynn burgerrecht mit aim halben phund phennig und gèbe in ir zech auch ain
halbphundtphennig.
[2.] Sy sùllen auch alle jar under ine zwen beschawmaister erweln, die erber und ge-
trew sein, die ine der rate bestetten sol, und ir arbait beschawen sullen, ob sy gut und
gerecht sey, lanndenund lewtennùtzlich,damit syaufnemenan lob, erenundgùt.Unnd
wosyauf iremhanntwerchungerechte arbaitfinden,die sullen symitdesburgermaisters
dienern aufheben und nemen, das die der stat zu nutz angelegt werde unnd dem richter
sein wanndl davon gevall. Spràch aber ainer, man hiete ime unrechtlicha beschawt, und
wolt sein werch gerecht machen, des sullen sy im vor den anndern maistern allen stat
thun.
[3.] Es sullenauchdieselbenbeschawmaister alledieversùchen,die sichnùnfurbaser
aufdemhanntwerchzumaister setzennwellen, ob symaistermugengeseinodernicht.
[4.] Unnd welcher sich also zu maister setzen wil, der sol mit sein selbs hanndt die
maisterschafft beweisen unnd zway maisterstukh machen kùnnen: Item von erst ainen
b Über der Zeile in roter Schrift von gleicher Hand. c–c Gestrichen. Am rechten und am linken Rand von zeit-
naher anderer Hand mit Verweiszeichen eingefügt: ain zwipòdmige kisten mit ledlein, so dartzu˚ gehoret, ain
schreibtisch auf aim trutenfus und ain(en) zesamgelegten tisch mit leisten, das alles gut und gerecht sey.
d ÜberderZeilewahrscheinlich vongleicherHand.
243 a-lichaufRasur.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen