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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 402 -
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402 VI.2.Edition len irs hantwerchs gemainclich, die yetz hie warn, alt und jung und prachten fùr, wie sy der hernach geschriben ordnung miteinander ainig worden wèrn durch gemains nutzs und aufnemens willen irs hantwerchs, und das sich auch die geselln in irm leben gen mèniclichen dester ordenlicher und zùchtigclichen halden und auch den maistern in al- len redlichen und zimlichen sachen gehorsamer sein wu˚rden; und paten die herren den burgermaister und den rat aintrèchtigclichen mit diemùtigem fleiss, das sie in dieselbig ordnungvergùnnenwoltenzuhaltenunddie in ir statpuch schaffenzu schreiben,das al- so dieselben mein herren durch irer pet willen getan habent, und lauttet dieselb ordnung also: [1.] Von ersten sullen die kùrsnergeselln ain aigne herberg haben, das sich ein yeder gesell, der erst herkùmbt, wiss daselbs auftzuhalten, untz er zu aim dinst kùmbt; und derselb wiert sol im geben ain mal umb acht pfennig, und ob derselb gesell nicht zerung hiet, so sol im der wiert an der gesellen haissen nicht mer geben denn zway mal auf die geselln.Undwanerdannzudinst kùmbt, so sol er indasbetzalen. [2.] Auch sullen si ain zechpùchssen haben und dartzu˚ sullen geordent und gesatzt sein zwen erber maister des hantwerchs und vir gesellen, die dieselben pùchssen innha- benunddasgelt, sodartzuegevellet, innemenundausgebenunddasdengesellen jèrlich verraitten sullen. [3.] Itemwanaingesellherkùmt,er seyaltoder jung,demmanlongibt, soerzudinst kùmbt,der sol amerstengeben indiepùchssenzwenphennig;unddennochderselbund ein yeder anderr gesell, dem man das trinkgelt mittailt, sol albeg ùber vìrzehen tag zwi- schen aindlefen und zwelifen ainn pfennig in die puchsen geben an alles vertziehen, und dasselbig gelt sol aus yeder werchstat der eltist gesell zu der pùchsen tragen. Welich sich aber des widersatzten und solich gelt zu der zeit, als vorgemelt ist, nicht gèbe, derselb sol denn, als offt sich das gebùrt, des nagsten montags darnach umb solich widersèssikait zu der pùchssen zu peen vervallen sein zu geben ain virdung wachs an all austzùg. Ob aber ainer hiet ze schaffen in seins maisters dinst oder in sein selbs merklichen notdu˚rff- ten, das er des tags zu der pùchsen nicht kòmen mòchtt, so sol er den pfennig schikchen zu der pùchssen pei aim andern seim gesellen oder aim knaben pei der egemelten peen ungeverlich. [4.] Itemwelicher gesell krankchwu˚rdund imzerungabging,das erdes spitalsnicht ùberhaben mòchtt werden, dem mag man leihen aus der pùchssen auf sechtzig pfennig. Siecht man, das es an im gestatt und nùtzleich sey, so sol man im leihen auf sechs schil- lingpfennig,undsoergesundwirdet, solerdanndasselbgelt invirwochenwiderbetzaln oderdarumbandergesellnwillenkòmenoder lenger tèg erpitten. [5.] Itemwenneingesellmitdemtodabgeet, sosullenindieandernvonseimgùtlein, oder ob er so vil nicht liess, aus der zech gut zu der erden [127v] helffen bestatten und im aus der zech des nagsten veirtags darnach ain selambt singen lassen und all gesellen sullen imdaselbszuopphergeen.Welherdesabernicht tèt,der solderzechvervallensein zu geben ainn virdung wachs. Wèr aber, das ein gesell in die pùchsen ichts schuldig sein wurde und mit tod abging, so mùgen die gesellen des von seinen klaidern oder anderm seinemgerèt, so erhinder sein lèt, bekòmen, als sit undgewonhait ist angevèr. [6.] Es sullen auch die zwen maister und die vir geselln, die zu der puchsen geordent werdent, gewalthaben,dasgeltoderpeen, sozuderpùchsengehòrend, ze ervordernund abtzusamen und damit hanndeln nach der andern gesellen aller haissen und willen. Und was gelts in dieselbig pùchsen gevellet, davon sullen si Got, unser Fraun, allem himeli- schen here zu lob und zu ern, auch in und allen gelaubigen seln zu hilff und zu trost alle
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
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