Seite - 407 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.255 407
Darauf was der gesellen antwùrtt, das nicht notdurfft wèr, solhs zu clagen, wan man
nochalswolknechtunder indartzu fundeals vordreissig jarn,diedesnochwillig ze tu˚n
wèrnetc.
[132v] Da habend die vorgenan(ten) der Griesser und der Straiffing zwischen paiden
tailln geredt, das die geselln den maistern hinfur ze mul lon sullen zuesagen und zehawff
pewteln.Unddashabenddiegesellenwilligclichnachgebendenmaistern.
[6.] Auch habent die maister fùrpracht, das ein yeder pachhawsknecht, helffer, zue-
knecht, drittknecht, oder wie er genant sey, sull pey seins herren haus, geschèfft und
notdu˚rfft beleiben.
Der gesellen antwurtt: daz das von alter nicht herkòmen noch zu halden wissentlich
sey, andersdennwannsy soliche arbaitt, so zudempachhausgehoret, ausgerichtthaben,
so sein sy irm maister empresten und ze tu˚n nicht mer phlichtig, und sey auch solhs auf
irmhantwerchvornyemergehòrtnochgehaldenworden.
Dasgebentdiemaisterdengesellnnach.
[7.] Auch gaben die maister fùr, das ein yeglicher zukchwerher oder welichem man
zuesprichtamsuntag,alspaldsygeessent,genmùlgeenunddaderarbaitt aufwarttensolt
etc.
Daraufwasdergesellnantwu˚rtt, alsodas sydasandieverrenmùlpillichundgerntu˚n
wellent, aber zu den nahenten mùlln habent die zwen knecht untz auf den abent nichtz
mer ze arbaitten,wenn sy reitterntundnetzent.
Dasgebentdiemaisterdengesellnnach.
[8.] Item die maister meldent, das die geselln kainen junger in ir zech sullen aufne-
men, erkùnndann impachhausundanainsknechts stat arbaittenetc.
Dergeselln antwùrtt: das sydas gern tu˚nunddarinngehorsamseinwellen.
Dashabentpaid tail geneinandernachgeben,dochdas esdieknechttmitfleishalden
sullen.
[9.] Auchwellentdiemaister,welichempachhausknechtoderzukwerher,derdaveirt,
zugesprochenwirt, der sol reihenoder armen longehaissen.
Der gesellen antwurtt: das ain armer ir nicht notdùrfftig sey, wan es pècht ainer mit
seim weib oder diern. Bedòrfft er ir aber, so sein sy im auch ze arbaiten willig, dann die
reihenhaben ir albeggenu˚g.
Dasgebentpaid tail auchgeneinandernach.
[10.] Dann wan ain pekch oder melblèr sein gu˚t zu mùl an ains knechts stat wùrhen
wil, so sol under den andern zwain knechten, welichem der maister zuspricht, mit im
wùrhenetc.
Daraufder geselln antwu˚rtt: das sydeswillig sein, aber ettwanhat ainmaisterdaden
klainsten lonaufgehebt,desnu˚nicht ist,das satzten syzudenherren,obdasnochpillich
sein solt odernicht.
Das gebent die maister nach den gesellen und sullen die maister den klainisten lon
hinfùrnemen.
[11.] Item als auch die maister wellent, das die gesellen dhainerlay samung haben, es
seindannzwenmaisterderpekchendabey,alsderburgermaistervormit ingeschaffthab.
[133r] Daraufdergesellenantwu˚rtt: dasdes eenyegewesen seydann inder raittung,
so sy zu quatemberzeiten tu˚n. Wan sy ettwas zu schaffen gewinnen, das hieten sy albeg
ainemburgermaister, irmherren,zuwissengetan,derhiet indannzwenodergemainclich
ainen herren dabey zu sein zùgeschafft, die oder der vernomen haben, ob sy in solher ir
raittung und geschèfft ùbel oder gu˚t betrachten, das sy noch von alter gewonhait und
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen