Seite - 413 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.259–260 413
[6.] Undwodieselbenzwenmaistervindenainwerch,dasnichtgerecht ist,das sùllen
synemenunddemburgermaister antwortenzenutzder statunddemrichter seinwann-
deldavongevallen lassen.Sprèchaber ainer,manhiet imunrechtlichbeschawt,undwolt
dasweysen,das sùllen sy imstat tùnvordenanndernmaisternallen.
[7.] Und was schùsseln, schaufeln, gapeln, làgl, mueltern, drischelswennckhel, holltz
oder annders, das in irhantwerchgehòrt, aufwasseroder auf lanndherprachtwierdet, es
seygefrùmbdodernicht,welhermaisterunder inndaskauft,der soldasmitdenanndern
maistern fruntlichen tailen,wasdes ainyeder zubezalenhatundvermagangeverde.
[8.] Es sullen auch di dràgsel nicht vail haben, was di holtzschuester machen mit der
hannd, analles geverde.
[9.] Essullenauchdiholtzschuester inderegen(an)tndràchselzechseinundainyeder,
der sich hye ze maister setzen wil, burgerrecht gewinnen mit aim halben phund phennig
und geb in ir zech auch ain halb phund phennig. Er sol auch ain eelich beyb haben und
urkund bringen, von dann er komen sey, das er sich daselbs erwerlich enthalden und sei-
ne lerjar ausgedient hab, oder er beweise es hye vor dem rat. Er sol auch das hantwerch
beweysen, ob er maister mùg gesein und machen kùnne ain par holtschùch [!], ain par
hùltzenner zockeln und ain(en) plaspalg, als diezeit sit und gewonhait ist, und das sol
beschawtwerden,obesguetundgerecht sey.Undsy sùllenauchnicht vail haben,wasdi
drègselmitderhanndmachen.
[10.] Auchsosullendischùssler indervorgen(an)tndràgselundholtschuester [!] zech
sein.Undwelherdamithanndelt,der solauchburgerrechtgewinnenundin irzechgeben
ainhalbphundphennig.Undsysùllennichtvailhaben,wasdidrègselundholtzschuester
mitderhanndmachen.
[11.] Auchsolnyemandsauswendiger,der inirerzechnicht ist, irarbaitals schùsselln,
schaufeln, gapeln, lègln, muelter, drischlswennckhel, holtzschuech noch ychtes annders,
da di obgemelten hantwerch machen kunnen, nicht vail haben noch verkauffen, ausge-
nommen di gesst, di sòlh arbait, als vorsteet, an den zwain jarmerckhten herpringen, die
mùgendasamoffemplatzvailhabenundverkauffen,als lanngyeder jarmarcktwerdund
nicht lennger.
[12.] Wasausserhalbder jarmercktderberùrtenarbait aineodermengereherkàm,die
sùllenundmugendigesst auchanoffemplatzdrey tagundnicht lenngervaylhabenund
menigklichen verkauffen, und nach ausganng der dreyr tag sùllen sy di benanten arbait
dieselben maister anpieten; und welher di kaufft, der sol das mit den anndern maistern
taylen in [138r] maynung,alsobenbegriffen ist.Undwassolherarbaitundholtzannders
dann wie vor begriffen und gehanndelt wierdet, sol gemainer stat verfallen sein an alles
nachlassen, alles getrewlichundungeverlich.
Doch hat im der rat ganntzen und vollen gewalt vorbehalten, die vorgeschriben ar-
tigkel zu verkeren, ze minnern oder gantz zu vernichten nach gelegenhait der zeit und
sachend,wieundwannsydes verlust anall intragundauszùgh.
d Danach gestrichen: und.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen