Seite - 415 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.261–263 415
mueltern, grab- und windschaufln, mistgapl, làgl und drischlschwenkhl ze aintzig oder
sambweiß faill haben und verkhauffen, aber all annder gattungen ausserhalb des zirkhls,
alspyndt-unndrayffwerch,auchwasdergleichenzusamgesetztarbaitsein,sollendiedrex-
ler alain in den offen jarmàrkhten oder auf dem lannd zu khauffen unnd zu verkhauffen
rechthaben.
[2.] Zum anndern sollen die schùssler, schàffler unnd scatlmacher genennt, so hie
burger sein, in irenheùsernoderbestanndlàden schùssln, tàler, schàffermitpraitn raiffen
unnddergleichengemachteunndzusamgesetztearbait, auchpheiffenundkhinndsthuttn
sambweißoderzeaintzigzuverkhauffenrechthaben;aberall anndergemachtdrexlwerch
unnd holtzarbait, so den zirkhl berùrt, weliche die schàffler von den maistern drechslern
alhie oder den Perchtoltzgadnern und dergleichen orten, sonnderlich grab- unnd winnd-
schaufln, auchmistgaplnerkhauffen,die sollen syalain sambweißhingeben,doch inden
offen jarmàrkhten mùgen sy wie annder auslennder solich unnd annder dergleichen gat-
tungenze aintzigoder sambweißauchverkhauffen.
[3.] Essollenauchdieschàfflerunndburgeralhiemitdisengattungenmitdenfremb-
den khain geselschafft haltn, sonnder was fur gattungen, es sey von Perchtoldsgarn oder
annder ortn, hergebracht werden, sollen drexler unnd schàffler jeder taill in seinen gat-
tungenhieobengemeltdenvorkhauffunndder annder taill dennachkhaufhaben.
Doch haben inen die herrn burgermaister unnd rat bevorbehaltn, solich articl unnd
zuesatz zu mindern, zu meren oder gar zu verkhern, wie inen gefellig und yederzeit die
notturfft erfordernwirdet.
263.
DerRat [der StadtWien] erteilt denMautnern eineOrdnung.
1450Februar10.
HWOBfol.140r–v.
Druck:Brunner,Finanzen458f.–Literatur:Brunner,Finanzen59;Opll,Leben113;Opll,
Zeitverständnis 39.
Anno Domini millesimo quadringentesimo quinquagesimo an eritag sand Scolasticatag
habent die herren des rats die hernach geschriben artikel furgenomen, daz die also auf
dem haws gehalden sullen werden von den, die sy darauf nement und setzen, die dy
artikel also swern sullen zuhaldena:
[1.] Von ersten als die mautter an den tòrrn, auch der absamer des platzrecht und
ander underambtleùt wochenlich alle montag daz gelt in ainer pùchsen auf das mautt-
haws1 pringen, so sullen sy in gegenbùrtichait der mautter die pùchsen aufsperren und
von ainem yeden mautter und desgleichen von den andern daz gelt aus der pùchsen mit
zal innemen, es sey vil oder wenig, und daz aigentlich aufschreiben yedes an sein stat, als
darzugehòret.
[2.] Item es sullen auch die herren auf dem haws die phunttmautt und ander mautt,
die der stat zugebùrt und selbs auf dem haus innement, auch aigentlich aufschreiben in
ain sunder puch, das man haisst ainen sambner, von wem und von wero sy die mautt
263 aBis hier in vergrößerterZierschrift.
263 1 ZumMauthaus sieheobenNr.31Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen