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Nr.263–265 417
264.
DerRat [der StadtWien] legt denEidderBeschauer fest.
1450Februar12.
HWOBfol.141r.
AnnoDominimillesimoquadringentesimoquinquagesimoanphintztagnachsanndSco-
lasticataghabentdieherrendes rats ain(em)beschawerdenaidgesatzt zu swerna:
Irwert swern,daz irmenigclichenpurgernundgestenaigentlichb wèltbeschawn,was
manpindet inweagen,paln, vèsser, kistenoder truhen.Undwaseinyeder alsopinden leat,
daz sullt ir ewstuckweisundmit zalhaissengeben ingeschrifftunddazdenherrenaufm
haws anbringen, damit sy die phuntmautt der stat davon wissen ze nemen. Ir sullt auch
aigentlich aufsehen und beschawn, daz nicht verpotne war inngepunden werd, und wo
irc daz fùnd, daz verpotne war ingepunden wùrde, daz sullt ir pringen an mein herren
denburgermaisterunddenratund indembeschawnallenewrnvleisshabenundtun,als
sich von des ambts wegen gepùrt und notdurft ist, und darinn kainem nichts ùbersehen
nochuberhelffen,wederdurchmietnochdurchgùnstnochdurchdhainerandernsachen
willen, alles getreùlichundungeverlich.
265.
EidderTändler.
[nach1450Februar12]1.
HWOBfol.141r.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe734.
Tànndler ayd
Irwerdet swernn,wannirzuschatzungvarunderhab,peth,pèthgwanndt, ròckh,manntl,
rauchs gewanndt, hawsrats und annders, so ew zu schetzenn gepùrt, nichts ausgenomen,
ervordertwèrdt, es seyvongeistlichennoderweltlichenn,das irdarinngehorsamseitund
das dem armen als dem reichenn, dem hyngeber und innemer trewlich schetzenn und
darinn weder miet, gab, gonnst, frewntschaft, veindschaft noch nichts annders ansehen,
auch das nicht leichter schàtzenn, darauf in sein gewalt ze bringenn, sonnder die laùtter
warhait und gerechtigkait tùn nach ewrm pèssten vèrsteen und vermùgenn; auch wo ir
geverdlich hanndl oder chewff, darau˚s man diebstal erkennen oder merckenn mag, oder
gestollnns gùt sàcht, das man verchauffenn oder schetzèn wolt lassenn, das ir das anprin-
gen noch selbs kain gestollnns gùt wissenntlich in ewr gwalt kern noch nemen wellet
haimlich noch offennlich. Und als offt ir rechtferttigs gu˚t schatzt, solta ir vom phundt
nicht mer ze lon nemen noch vordèrnn dann zwen phenniga; ist es aber mynner dann
ainphundt,dannsovil sichgepùrt.Dochsòllt irwedergold, silber, geschmeidnochedls
gestain nicht schatznn, sonnder die tùn lassenn, so darzw geordnnt seinn und versteenn.
264 aBis hier in vergrößerter Zierschrift. Am rechten Rand darunter von späterer Hand: Beschawer aid. b Da-
nach gestrichen: sullt. c i-korr. aus e-.
265 a–aGestrichen.NebenderZeile von spätererHandmitVerweiszeicheneingefügt: washinder50tl.den. ist, von
dem phundt 2 den., was awer uber 50 ist, solt ir von dem phundt nicht mer dann ain phennig ze lon nemen
nochvordern.
265 1 VonandererHandwieNr.264, jedenfalls inderZeitdanacheingetragen.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen