Seite - 420 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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420 VI.2.Edition
fennlich nit verlètzen, sonnder ain(en) als den anndern, yeden wie man den schennkht,
loben,auchnyemannddieweinpotennichtablaittenundanndern irweindamit fùrdern,
sonnder sòlhweinrueffen inallwèg treulichundonall arglisst unndgevèrdhanndeln.
271.
DerBürgermeister undderRatderStadtWien erteilendenHutmachernaufderenBitte eine
Ordnung.
1453Mai29.
HWOBfol.142r–v.
Literatur: Uhlirz, Gewerbe 633, 719; Hollnsteiner, Lehrlings- und Gesellenwesen 66; Zat-
schek,Handwerk193;Weinzettl,Genanntenliste 25; Reith,Arbeit 227.
Aberderhùterordnung
Vermerkt die ordnung, so die herren .. der burgermaister und der rat der stat zu Wienn
den huetern und irn geselln durch gemains nùtzs und aufnemens willen des hantwerchs
mit irm wissen und willen und durch irr fleissigen pet willen aufgesatzt und gemacht
habent und offenlich vorgelesen ist an eritag vor sant Petronellentag anno etc. quinqua-
gesimo tertio.
[1.] Von ersten das sich kainer auf dem hantwerch des hùterwerchs hie ze maister
setzen noch heiratten sol, er hab dann ee sein maisterschafft vor den gesworen beschaw-
maistern und vor zwain genanten, die ee des rats gewesen sein, oder wen in der rat
zueschafft, beweist, ob er des hantwerchs maister mùg gesein oder nicht. Erfindt sich
durch die beschawmaister, das er des hantwerchs maister mag gesein, und das mit sein
selbs hand machen kùnne ungevèrlich, dann so sol er urchunt pringen, von wann er
herkòmen sey, das er sich daselbs frùmbklich und erberlich enthalden und seine lerjare
ausgedint hab, oder er beweise das hie vor dem rate mit erbern leùten, und darnach ain
elich weib nem und burgerrecht gewinn und dann zu maister aufgenomen werde und in
ir zechgeben sol ainhalbphundphennig.
[2.] Item im sol auch ain maister, dem er dint, den werchtzeug dartzue leihen, so er
diemaisterschafft beweisenwil.
[3.] Itemes ist fùrgenomen,daskainmaisterkainemseinerdienèr,derdashantwerch
wol kan, nicht mer geben sol die wochen zu lon denn zwenundvirtzig phennig und wein
ùber den tisch, albeg zwain geselln ain halbe wein und nicht mer phennig dafùr geben,
als si dann untzher haben gephlegen. Wèr aber, das ain gesell der arbait nicht wol kund,
so mùgen im die maister mynner geben nachdemund ainer kan und mag arbaitten. Wer
aber darwider tèt und mer lons gèb oder den geselln phennig fur den wein gèben, die
sullen als offt zu peen geben der stat zu gemainem nutz ain phund phennig und dem
statrichter zwenundsibentzigphennig.
[4.] Item wenn fròmbd geselln irs hantwerchs herkòmen und zu ainem maister in-
geen, bedorf ir derselb maister zu dienern, der mag si aufnemen und halden; bedorf er ir
aber nicht, der nagst maister, der in zùspricht, dem sullen si dienn, und zwen oder drey
der hieigen geselln sullen si zu denselben maistern infurn und belaitten und nicht mer.
Desgleichen ob ain maister ainem geselln urlaub gèb, so sol derselb gesell nicht dienn,
wem er wil, sunder welher maister im am ersten zuspricht, dem sol er dienn. Welher
gesell aber selber urlaub nèm aus dùrftikait und an redliche ursach und hie dienn wolt,
den sol kain maister nicht aufnemen, das ist darumb gesatzt, das die maister mit den
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen