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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 457 -
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Nr.298–299 457 pùchsen inanntwurten, darinn sullen die maister vleissig gepetn sein, daz sy darinn ain aufmerkhenhaben. [4.] Item ob ainer oder zwen nadlergesellen den brief und pùchsen innhielten unnd wanndern wolten und nicht nadlergesellen hie wèrn, die darzu tawgten, solh brief und puchsn intzunemen und innzuhalten, so sulln dieselbn vor allen dingen den brief und puchsen den maistern inanntwurten. Welh des nicht tèten, die sulln maister und geseln nicht gut seinundvon inaufdemhanndtwerchnicht gehaltnwerden. [5.] Item als offt ain nadlergesell herkumbt, so sol man in den brief horn lassn, man sol in auch sunst alle moneid lassn lesen vor allen nadlergeselln, die diezeit hie din(en), daz sy sichdarnachwissen zu richten. [166v] [6.] Item welher nadlergesell aim maister oder anndern lewten ettwas entrug, es wèr geltschuld oder annder ding, der sol maister und geselln nicht gut sein noch auf demhanndtwerchvon imnicht gehaltenwerdn. [7.] Item ob zwen nadlergeselln aneinannder rauftn, slugen, ubereinannder zuktn oder annder unvernuft [!] anhuben, der yeglich sol den gesellen in die zech vervalln sein zwayphundtwachsanallesnachlassenunddemrichter seingerechtigkaithindangesetzt. [8.] Itemwelhergesell ainer freyen tochter ausdergesellnzechzu trinkhngeit,der ist dengesellnvervalln indie zech zwayphundtwachs anverziehnundnachlassen. [9.] Item welher gesell hinder sannd Mertten1 auf dem Frawnflekh oder in dem Frawnhaws2 tanntzt, der ist vervalln den gesellen in die zech zway phundt wachs auch analles verziehenundnachlassen. [10.] Itemddazainyedernadlergesell,derherkumbtundhiearbait, soleinlegenindie pùchsnalle suntagain(en)phennigoder aufdas lenngist albegubervierzehn tag IIden.d. [11.] Item es sulln auch die geselln alle jar an sand Barbaratag [4. Dezember] aus irer zech ain ambt und jerlich in der Vastn zu der quatember ain selambt singen und begen lassen und sulln auch all zu oppher geen. Und welher des nicht tet, der sol in die zech undbruderschaft vervalln sein zwayphundtwachs. Doch hat im der obgnannt rate ganntzen und volligen gwalt vorbehalten, die vorge- nannten ordnung und artikl zu verkeren, ze mynnern, ze meren oder ganntz zu vernich- ten, als oft indes verlust treulichundungeverlich. d–d UnterhalbderOrdnungvongleicherHandmitVerweiszeichen eingefügt. 299 1 Martinspital und -kirche vor dem Widmertor (Wien VI, ca. an der heutigen Einmündung der Ba- benbergerstraße in den Getreidemarkt), von Herzog Otto dem Fröhlichen (gest. 1339) gestiftet, aber wohl erst 1342 eingerichtet; 1471 wurde das Spital dem St.-Georgs-Orden übergeben, der den Betrieb bis 1529 weiterführte, bis es in den Osmanenkriegen niedergebrannt wurde, vgl. P     –B       , Kirchen 250–252; P     , St.Martinsspital passim;C     , LexikonWien4193. 2 ZumFrauenfleckbzw.Fraueneck sieheobenNr.230Anm.2.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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