Seite - 469 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.309 469
geselln bey solhem spil weren und zuesehen unnd solhs nicht anbrèchten, die solln auch
gestraftwerden ir yederumb1tl.wags.
[10.] Wennfròmbdknechtthafnerhanndberchsherchomen,die sollnzudemvattern
geen in die herberg und dieselben sol der vatter schikhn dem maister oder wittibn irs
hanndberchs, deroderdiekainenknechthat.
[11.] Es sol auch kain maister zben knecht setzn, nur es hab vor ain yeder maister
ainn knecht. So aber ainc maisterc ains knechtz nicht bedorfft, so mag in ein annder wol
setzenunndhabnzben.Soaber ein ander zbenbedorf, so sol kainerdreyhaben.
[12.] So ein knecht von eim maistèr aufstèt, derselb sol zu dem vater geen und der
vatter soldenselbngesellndemmaister schiken,der sein amnotturftigistn ist.
[13.] So ein gesell oder knecht zu eim maistèr und in die zech kumbt, so sol er dem
maister versprechn zed dienen von Weichnachtn bis auf Sunbenten, item von Sunbenten
bis aufWeichnachten.
[14.] Welher knecht alle bericht machen kan, der sol von dem phenbèrt haben zben
phennig,undwerwenigerkan,demsolmanauchdarnach lonen.Undwelherainengutn
ofen sètzt, daran ein halb tl. kacheln steen, der sol davon zu lon haben XXIIII den. So er
aberdarùber setzt, sol erdavonhaben, als sichdavongebùrdt.
[174v] [15.] So ein gesell aim burger oder inwoner zu ain(em) alltn offen ain(en)
newenkachel,derdesmaister ist, einsetzt,davonsoler imdermaistergèbenzu lonIden.
undderselbgesell sol das gellt darumbeinbringen.
[16.] Soaimmaisternotbeschiechtpleyze reyben,dahenabzutragen,prennen,hefen
an den markcht zu tragen oder andere notturft und ains knechtz bedorf, sol im derselb
knechtdienstbeweisen,daentgegendermaisterdemselbnknecht erbèrlich lonen sol.
[17.] Es sol auch dhain gesell seim maistèr noch dèsselben hawsfrawn unzymliche
wort gebenoder zuesprechennoch irhawsungmitunerbernweyben smèhen.
[18.] Wo ein gesell seinem maister die zeyt obnvermellt verspricht ze dienen, dieselb
sol er im ausdienn. Thut er aber des nicht und stund im in der zeyt auf und zug wegkh
an redlichund erber ursach, so sol im nachgeschribenund nyndert gefurdert werden,bis
er sichmit seimmaister verttragenhat.
[19.] Welhergesell diewochenXphenbertnicht ausmacht,demselben solmannicht
lonen, nur es wèrn so vil feyrtàg in der wochen oder aber der maister belud in mit ann-
derer arbayt, dadurcherdiebenan(ten)phenbertnicht ausmachenmocht.
[20.] Ob ein gesell sein maister uberraytt und das wissenlich ist, sol derselb gesell
gestraftwerdennachdermaisterundgeselln erkandtnuss.
[21.] Welher lerjunger seim maister on erhaffte not oder redlich ursach aus den lerja-
renget, denselben soldhainmaister furdernnochbehallten.
[22.] Es sol aucheinyglichergsell zupreimzeyt zuder arbait aufsteen, es sey summer
oderwynnter, undumbsibne zuabnt feyrabnthaben.
[23.] Demgesellen,derainganntzberichtmachenkhan, soerweinuberdentischnit
dringkhen wil oder aber der wein teur ist, dem sol der maister fur den wein die wochen
gebenXVIIIden.
[24.] Wèlher solh obberùrt ordnung und aufsatzung ùbertret und die in aim oder
menigernartigklnnichthiellte, der sol gestrafftwerdennachdesobgenan(ten) rates rat.
c–c Fehlt inH.A.-Akten176/15.Jh. d z- korr. aus g-. e -r-korr.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen