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470 VI.2.Edition
Im hat auch der bemelt rat gantzn gewallt vorbehallten, die vorgenanten artigkln zu
verkern, zemynnern, zemeren,wie indas ampesstn fugtundverlusstf.
310.
DerBürgermeister undderRatderStadtWien erteilendenFassbindern eineOrdnung.
1491 Juni5.
HWOBfol.176r–177r.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe687f.
Vermerkhta dieordnungderpintter, gemachtundgesatzt vonburgermaisterundrateder
stat Wienn und den maistern und iren knechten, verlesen an sunntag nach sand Erasms-
tag,desheilligenbischolve,nachCristiunnsers liebenHerrengepurdtausentvierhundert
und indemainsundneuntzigisten jarèn.
[1.] Von erst dasb die gest, die taufelholltz, podnholltz oder was annders holltz das
ist, das zu pintterarbait, zu fuedern oder vassen gehòret, in viertzehn tàgn von dem tag,
als es an das gestat bracht wirtt, nicht kassten sulln, sonnder es soll verkauft werden un-
gekhastes inderweis, als es ongever aufdas landabdemwasser getragnwirt; undwer es
dann khauft, der soll vollen gwalld haben, das er alles wanndlwers und poses holltz, das
zuvassenoder fuerdernnicht taugundden leuttennichtnutz ist, darauswerffundnicht
mer, es sei in dem kauff ausgenomen oder nicht, on alle widerred. Es soll auch dasselb
holltz nyemand furkauffen weder flotzer noch annder yemand, weder in den genannten
viertzehen tagen noch darnach, aber ain(en)c yeglichen, der mit der stat leidet, der mag
sein als vil khauffen zu yeder zeit, als er sein zu fuedern oder zu vassen bedorff, oder die
egenannten maister die pinnter, die mugn es auch kauffenn, die es zu irem hanndtberch
verarbaittenundverwurhenwellen,undnyemands anndersongever.
[2.] Item es soll khain pinnter, er sey maister oder knècht, aus dem puerkhfrid nicht
geen weder unnder das gepirg1 noch allswo hin und vas und fueder an sich dingn lassen,
sònnder er soll seiner arbait und seiner kaufleut umb vas und fueder in dem purgkfrid
worttender stat zuWienn,da er gesessen ist.
[3.] Itemallpintterknecht sulln irainigungvonirs lonswegenlassenundfurbaskhai-
nen lon setzenn, sonnder irn lon nèmen, als sich on geverde nach der zeit geburdt und
nochburgermaisterund rats ordnung.
[4.] Itemdiemaisterdespintterwèrchs sullenvleyssigclichbesehen,wer sichhieunn-
der in zu maister setzt, das derselb sein arbait gut und gerecht thùn und mach, allso das
sy der stat hie, es seyd armen und reichen, nutz; und wer das nicht kùndt, dem solln sy
dashanndtbèrchwerennach rateundwissendes ratzder stat.
[5.] Item es sullen all pinnter an fuedern und vassen die recht mass machen, als von
allter herkomen ist, allso das das fueder zbenunddreyssig emèr und der dreiling vierund-
zbaintzig emerhaben.
f H.A.-Akten176/15.Jh. folgt: Also steet es imstatpuechzwWienngeschribenn.
310 aÜber dem gesamten Eintrag mittig von späterer Hand: Von pintern. Siehe dazu oben S.67. b Danach
gestrichen: alle. c AmEndedesWortes korr.,wahrscheinlich -m. d Danach gestrichen: und.
310 1 Gemeint ist hier das Gebiet (Viertel) unter dem Wienerwald, heute NÖ, vgl. O
, Eisenbuch 34,
156.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen