Seite - 471 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.309–310 471
[6.] Item wer der obgemelten stùgkh ains oder menigers uberfertt und das in die
bemelten maister des pinterhanndtberchs mit wòrer kundtschafft fur den rate bringen,
denselbenwile der rate swerlichdarumbstraffennachgelegenhaitder sach.
[7.] Item wer pinterbèrch ze Wienn arbaittn will, der soll mit der statf leiden in der
weiseundalls vill, als die anndernmaisterdiepinnter leidenongevèr.
[176v] [8.] Item all gest, die taufeln, podem, pannt, raiff herfueren, khain(em) fur-
kauffer die nicht verkauffen sullen, sonnder den pinntern und den burgern, die sy auch
bedurffen.
[9.] Item es sullen auch die gèst mit in selber oder mit iren knechten taufeln, podn,
pannt, raiff hingeben und sullen auch taufeln nicht khasstn, sonnder lign lassen an dem
lèger, unntz das sy selber oder ir knecht die verkhauffen, aber die podn mugn sy woll
gekhassten.
[10.] Itemessullenauchdiegesst rechtsholltzherfuerenzedenvassen,es seinntaufel,
podem, zu den fuedern zu zbainunddreyssig emern, zu den dreylingen zu vierundzbain-
tzig emern.
[11.] Itemwerneuevasherfùrt, es seinnfuederoderdreyling,dienichtdie rechtmass
haben,diewillmonzerslahenonalle gnad.
[12.] Item khain pinnter soll sy [!] hie zu maister setzen, er brinng dann ee urchund,
von dann erg herkumbt, das er sich daselbs erberlich gehallten hab, oder er weis es hie
miterbern leuttenvordemrate,unddazerainelichehausfrauhabunddannburgerrecht
gewynnmit aimhalbenphundtphennig.
[13.] Item die pinnter sullen unnder in erwellen und nemen vier maister, die erber
und getreu seinn, die dann ir arbait beschaun sùllen, sy sey hie gemacht oder herpracht,
ob die guet und gerecht und die recht mass hab, damit der stat, land und leuten daran
pilleichbeschèchunddashanndtberchaufnème.
[14.] Itemdieobbemelltenviermeister soll inder rateder stathiebestetten,diedann
die anndern, die sich zu maister setzen wellen, versuehen sullen, ob sy maister mugen
geseinodernicht.
[15.] Item was gesst herkòmen mit dem handtbèrch, das sullen sy nicht verkauffen,
eshabendanneedie viermaisterbeschaut, obdas gerecht seyunddie rechtmasshaben.
[16.] Item dieselben gèsst, auch die hie gesessen sein, sullen das egenannt ir hanndt-
berchnindert allso vaill habendennanden stètten, als vonalltèrherkomen ist.
[17.] Itemes soll auchchainpintterknecht,der lonhat, vonburgernoderpintternan
diemietstat gen.Wùrdedarùber ainer andermietstatbegriffen,denwill der rat swerlich
darumbpessern.
[18.] Item wo die egenan(ten) vier maister vindent und begreyffen ein werich, das
nichtgerecht ist, es seyhiegemachtoderherbracht,das sullensynemenunddemburger-
maister anntburtten,dasmonesder stat zenùtz anlegunddemrichter seinwandldavon
gevallen lasse, dannoch will sy der rate pessern swerlich. Sprech aber ainer, sy hiettn im
unrechtlichbeschautt,undwolltdaswerichgerechtmachen,das sullen sy imstat tunvor
denanndernmaisternallen.
e -i- korr. aus -e-. f Über der Zeile von anderer Hand: Wienn. g Über der Zeile von gleicher Hand wie in
Anm.f.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen