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Nr.316–317 483
[13.] Item desgleichen sol ain gesell, der sich in ains vater haus gegen vater oder mu-
ter oder ir inwoner unzùchtigclichen halten wu˚rde, auch nach der gesellen erkanntnùss
werdengestrafft.
[14.] Undinallenvorgeschriben stukhenundartigkeln seinder statunddemstatge-
richt all peen, vèll unndwànndl gènntzlichausgenomenundhindangesatzt.
Auchsohat imderratganntzenundvollengwaltvorbehalten,dieegemeltenordnung
zu verkernn, ze mynnern, ze mern oder gènntzlich wider abzuschaffen, wie und wann in
des verlusst onalle irrung.
317.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien erteilen den Tischlermeistern und -gesellen
eineOrdnungaufgrund eines vondiesenvorgelegtenEntwurfs.
1497April 20.
HWOBfol.186r–187r.
Literatur: Uhlirz, Gewerbe 728; Zatschek, Handwerk 74; Windisch-Graetz, Tischlerhand-
werk322;Opll,Zeitverständnis 41,46Anm.83.
Der tischerund irer gesellenbru˚derschaftundordnung
AnnoDominimillesimoquadringentesimononagesimoseptimodespfintztagsvor sannd
Georgentag, des heyligen ritter und martrer, kamen fùr den rate der stat Wienn die
erbern maister die tischer, mitburgera daselbsa, und die gesellen gemainclich desselben
hanntwerchs und brachten da fùr, wie sy zu lob und ere dem almèchtigen Got, auch
durch gemaines nutzs und aufnemen willen irs hanntwerchs, und das sich die gesellen
gemainclich in irmhanndtwerchdesterordennlicherundzùchtigclicherhalten, auchden
maistern in allen redlichen und zimlichen sachen gehorsamer sein wurden, darumb ain
bruederschaft und zech, die mit dem gotdinst in den eren unnsers lieben Herren Fron-
leichnambs bey allerheyligen thumbkirchen zu sannd Steffan1 hie zu halten fùrgenomen
hieten,unnddartzu˚ ainerordnung, alleswiehernachgeschriben stet,miteinannder ainig
wordenwèrn,undbatenaintrèchtigclichmitdiemutigemvleissdieherren .. burgermais-
terundrate,das sy indieselbenordnungzechundbruederschaftalsozuhaltenvergùnnen
und in ir statpuechschreiben lassenb wolten,das alsodieselbenmeinherndurch irerbete
willengetanhaben,und lauttendie articl derselbenbruederschaftundordnungalso:
[1.] Von erst das ain yeder brùder und swesster, die in der bruederschaft sein wòllen,
in anfanng, so sy darein komen, yedes nach seinem vermùgen oder willen und darnach
allequottember sibenpfeninggeben sol.
[2.] Itemessùllenauchdiezechmaisterderselbenbruederschafftvonirs innemenund
ausgebenswegenalle jar raittung thun,dabeydannsein sùllendiemaister, auchzwenge-
sellen irs hanntwerchs und dartzu ettlich, so in der bruederschafft nit des hanntwerchs
seinundvonderbruederschafft zu sòlher raittungerweltwerden.
[3.] Item welher under maistern und gesellen das oppfer willigclich und an redlich
ursachen versawmbt, der sol in die bruederschafft zu peen zu geben vervallen sein ain
virdungwachs.
317 a–aAufRasur. b ÜberderZeile vonwahrscheinlich gleicherHandmitVerweiszeichen eingefügt.
317 1 ZurStephanskirche sieheobenNr.22Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen