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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 508 -
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508 VI.2.Edition abennts geen hynntz der leych unnd vigili da singen unnd des morgenns nach der leych geen, inwèlcherpharrdermennsch stirbet. [4.] Es sullenauchdie zechmaisterdas achten,obdas ist, das ain leych soarmist,das sy nyemant hat, der sich umb das oblay annymbt, so sullen es di zechmaister verrichten nach iren treuen, so sypesstmugen,das seindie seel frumbhabunnddie zecheer. [5.] Sy haben auch gesatzt, ob ain leych so arm ist, das man ir des pessern tuechs unnd der grossen kertzen nicht getrawen mag, der soll man leyhen der kind tuech und die kindkertzen, es sey dann, das sich ain piderman darumb annemen wòll, dem man desgetrawenmag.Unndwemmandie tuecherunndkertzen leyhet,der solldasbewaren unnd wider in die zech anntborten on allen tadl. Ob icht schaden darann geschèch, das soll erpessernder zech. [6.] Es soll auch ain yegklicher brueder unnd swesster zu dem zechtaiding nach der leych ainen phenning in die zech geben. Man soll auch das zechtaiding albeg uber vier wochen haben unnd soll dann ain yegklicher brueder unnd swesster ainen phenning in die zechgeben. [7.] Sy haben auch gesetzt, wòlch brueder oder swesster an seinen zechphening uber dreyzehenpheningkumbt, so sullendiezechmaisterder zechpotenhinsennden,dasman di zechphening an sew vorder; unnd das sew dann derselben phening nicht gebennt, so sollent sy das furwar wissen, das man in der zech potten nicht mer senndet, unnd haben alles ir recht inder zechverloren. [8.] Sy habent auch gesatzt, welchem brueder unnder unns sein hawsfraw stirbt, die di zech hat, unnd ist das er ain anndere nymbt, der er die zech kauffen will, so soll er in die zechgebenainphundwachss;undwoer irdi zechnicht enkhawfftnachderhochzeit inner jarsfrist, sohat sy furbassder zechnicht.Unnd ist,das ain frawainenanndernman nymbt,der soll indiezechzway [203r] phundwachsgeben,derdiezechhabenwill.Und ist, das sew an nègsten zechtaiding nicht verrichtend unnd das sy dieweil sturben, so geb man innichtzmit ander zech. [9.] Sy haben auch gesatzt, in wolchem lannd oder in wòlcher stat ain brueder oder ain swèsster aus unnser zech stirbet, dem sol man alles sein recht aus der zech begeen ze gleicher weyss, sam er gegenwurtig wèr. Es sey dann als vil, das er umb lèsterliche ding verdurb, so hat er der zech nicht unnd thut in ab dem buch unnd begeet in khain recht ausder zech. [10.] Sy haben auch aufgesatzt, welchem bruder oder swesster aus unnser zech sein kind stirbet, das bey dem allter ist, das man es mit unnsers Herrn leychnam berichten mag, dem sol man das kindtuech leyhen unnd die kinndkertzen aus der zech unnd ann- dersnicht. [11.] Sy haben auch gesatzt, welchem brueder oder swesster unnser zech sein knecht oderdyrrnen stirbet, demsolmandaskindtuechunnddiekinndkertzen leyhenumbain halbsphundwachss. [12.] Sy haben auch aufgesatzt, wòllicher brueder oder swesster sein zechphening frevenlichen uber der zechmaister willen oder die zechphening wierfft, der sol dieselben pheningverlorenhaben.Unndwerwiderdasbuchkriegt,der soll ainphundwachs indie zech ze wanndl geben. Dasselb sullen auch thuen di brueder unnd di swesster, die wider di zechmaister kriegenntunnd innicht gehorsamsind. [13.] Syhabenauchaufgesatzt,wòllchbruederoder swesster inder zechainwèrer ist undnichtrecht lebtunndmitdenzechmaisternunndmitdenzechbruedernuberwunden wirt, solmanallerdingmitunnsermgutenwillenvonder zech thuen.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
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