Seite - 509 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.335–336 509
[14.] Es sullen auch die zechmaister alle jar die slussl aufgeben und wider raitten der
gemain, so soll die gemain die slussl geben, wer in darzue gefellt. Und wer es widert, der
sol ain phund wachs in die zech ze wanndl geben, es sey dann, das er sey das nègst jar
gehabthab, sogeyt erkainwanndl.
[15.] Uberdasalleshabentsyaufgesatzt,dasdiezechmaisterkainenpheningauchder
zech leyhen sullen on der brueder und swèsster willen und gunst und rat. Und man sol
kainem nicht leyhen aus der zech, nur er hab die zech, weder tuch noch kertzen. Unnd
wer seinen brief vil verleust unnd hayst er im nicht ainen anndern schreiben, der soll ai-
nen vierdung wachss geben ze wanndl unnd die zechmaister sullen [203v] dem schreiber
ainenpheninggebenausder zechumbainenbrief.
Zum lessten haben die obbemelten herrn burgermaister unnd rate inen dise ordnung
und auch recht ze mynndern, ze meren oder ganntz abzethuen und zu verkhern, wann
unnd wie offt die not erayschet und fur gut angesehen wirdet, ganntzen gwalt vorbehall-
ten.
336.
Bürgermeister Hans Süß und der Rat der Stadt Wien erteilen den Lebzeltern auf Bitte von
MeisternausWien,Krems, St.PöltenundWienerNeustadt eineOrdnung.
1516November13.
HWOBfol.204r–205v.
Parallelüberlieferung: HHStA, Reichsregister Kaiser Maximilians II. 19 fol.180r–183r (RR-
MII19);WStLA,H.A.-Akten4/1568fol.13r–16r (BestätigungdurchKaiserMaximilianII.
vom31.Oktober1568,Abschrift).
Literatur: Uhlirz, Gewerbe 684; Herrmann, St. Pölten 179; Zatschek, Handwerk 107, 251;
Zatschek,Untersuchung87f.
Letzelter ordnung
Anno Domini etc. quingentesimo decimo sexto des phintztag nach sannd Martinstag
komen fur die ersamen, fursichtigen, hochweisen herrn hern Hannsen Suessen, derzeit
burgermaister, unnd den rate gemain der stat Wienn Hanns Newpawr, Thoman Posch,
mitburger zu Wienn, Gerga und Bèrtlmeb die Beham zu Krembs, Wolfganng Darfurc
zu Sannd Yppoliten, Hanns Wegenhuet und Anndre von der Newenstat, all maister
letzellter hanndtwerchs, und gaben daselbss zu erkhennen, wie sy ain ordnung in der
stat ordnungbuch hieten, des datum stuend im funfundviertzigisten jare1, die nach ge-
legenhait derselben zeit fur guet angesehen. Wann aber diser zeit unnd jaren derselb
hanndl sich gròslich und vilveltig verànndert, demnach dy notdurfft erayschet, in sol-
hem hanndtwerch ain fursehung ze thun, unnd was so lawtter in der allten bemelten
ordnungnicht anzaigtoderbegriffenundaber ausfliessungder zeit sichannderst zutrug,
baten darauf denselben rate inen zu aufnemen unnd furdrung aines gemainen nutz woll-
ten inenhierinngenedigklicherscheinen,unndwosymannglhetten,dieselbenmitdiser
ordnung furkomen, dieweil dann aus fliessung der zeit sich di hànndl verenndern, sol-
336 aRRMII,H.A.-Akten4/1568:Georg. b RRMII,H.A.-Akten4/1568:Bàrtlme. c RRMII,H.A.-Akten
4/1568: Dorffner.
336 1 SieheNr.251.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen