Seite - 517 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.340–341 517
[6.] Item es sollen auch weder trògler, wachsgiesser, fleyschhackher noch annder nie-
mants fisch schrotten, nur allain die vischer, so mayster synndt und in der zech sein.
Dochsoverrdie, sovischgenWiennbringen, syzumschrottengebrauchenwellen, sullen
sy inenumbain zimlich lonanbeschwerungaufschrotten.
[7.] Item was gruener visch gen Wienn khomen, die sollen daselbst verkawfft und
durch furkawff schockhsweisonerlawbnusainesburgermaystersninderthinbeckhgefurt
werden.
[8.] Itemdievischer,dievischausderThraungenWiennbringen, sollengefreyt sein,
also wenn sy mit denselben vischen gen Wienn komen, das sy dieselben Traunvisch an
vleisch- und an vischtegen an offnem Vischmarckht oder bey dem wasser der Thunaw
frey fayll habenunddieselbenvischverkawffenundanwerdenmugen,dochnitnachder
mass, sonnder nach dem gesicht, innhalt der stat Wienn hanndtfesst. Welch vischer aber
das uberfert und die Traunvisch nach der mass hingybt und damit betretten wirdet, dem
sollen dieselben visch genomen und noch darzu gestrafft [210v] werden, nemlich soll er
zu straff geben den vischaufsehern zway phunt phening und dem statrichter zway phunt
phening.DochsollendieselbenTraunvischerdurchdieobbemeltenzwenaufseher, sovon
obbrigkaytundgemainer statwegendartzue erkiest sein, gewarnetwerden.
[9.] Item die mayster der vischer zu Wienn sollen in ainer gesellschafft nicht mer
dann vier sein und miteinander halten, und soll an dem Vischmarckht unden und oben
nicht mer dann ain(en) stand haben und sich alle quottember umbziehen und umb die
stat lòsen, ausgenomen die mit den Traunvischen sollen an den orten des Vischmarckhts
steenundbeleiben, als vonalterherkomen ist.
[10.] Item die seelackhen und annder mieret und stingkhet, dartzub todthund und
dergleichen visch sollen auch an sonndern ennden, und welich vormals am Hof2 ver-
kawfft,daselbstnochhingebenwerden,dardurchdiebosennichthinderdieguetenvisch
gemischtunddie ainfeltigen, so sichaufdemvischkawffnichtwolversteen,dardurchnit
betrogenundumbbòsvisch ir guet gelt geben.
[11.] Item welcher vischer ausfert und zeug hat, es sey dickher oder liechter oder an-
derzeug,wiediegenannt sindt, ausgenomenainenstrichperoderainenstrutper,undwer
der ist, der ander zeughatund furt, es sey leineroder ain reyscher, das soll er ainganntze
wochenfurenundsollkhain(en)vischkawff treybenundsoll imeniemantdartzukhainen
tayll gebenuntztdasdiewochenauskombt.
[12.] Itemauchsollen syviermaysterunder inenerwellen,diegetrewunderber sein,
die ine der rat besteetn solle, die ir ordnung, die ine gemacht ist, besichtn, das sy also
gehaltenwerden.
Hernachvolgt,wie esmitden(en)krewssengehaltenwerden soll:
[13.] Item wann die wegen mit den(en) krewssen gen Wien faren, sollen sy an denc
Hofundinkhainhaws farendaselbstandemabent.Unddarnachamfreytagsollensybis
auf zwelfur fayllhabenunddaburgernund innwonernverkauffen, abernachzwelfuren
mogen alsdann die krewsser und krewsserin zu Wienn woll kawffen, damit der furkawff
gewenntwerde,unddasmannkhainemuber ainphuntkrewssengebe.
b AufRasur. c DurchdenSchreiber irrig demn mitKürzungsstrich.
2 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen