Seite - 522 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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522 VI.2.Edition
bait uberhelffen wolten, das wissentlich gemacht wurde, so sol alsdann ir jeder beschaw-
oder zechmaister jedesmals gemainer stathie funffphuntpheningunnachleslicherpeenn
zegebenverfallen sein.
[6.] Unddarumben,wasdie auslennderarbaitder sporerhanndtwerchbetreffendhie
herbringen, sollensydamitnichthawsirn,aufdasdergemainmannichtbetrogen, sonder
als beschaut arbait in iren herbergen fail haben. Und so vil der von den burgern zu irer
gebrauchung hie nicht verkaufft, das sòlh arbait auf gleichen tail armen und reichen, so
tail nemenundbezalenwellen, treulichundongeverdegekaufftwerde.
[7.] Es sollen auch die bemelten vier gesworen maister zu gemainer stat hie hannden
nemenundaufhebenallalt slussl, soausserhalbderslosß [!] aufdemTenndlmarkht1oder
dergleichenorten fail gehabtwerden.
[8.] Itemes solkainzawmstrikherhinfuranpissoder annderdergleichen sporerarbait
und das, so die zawmstrikher mit irer hanndt nicht machen, darumb sy auch nicht ge-
lerntodermaisterworden, ineninireordnungauchnichterlaubt ist,vondengesstenund
frembdenkauffleutennicht furkhauffen, furhenngenundwiderumbverkauffen, sonnder
sich ireshanndtwerchszawmbstrigkhenundriembwerch innhalt irerordnunghaltenund
betragenundden sporern in iremhanndtwerch fererdhainenzugriff thun.
[9.] Enntgegen sol kain sporer haubtstuerl, geràt und all annder riembwerch auch
nicht fuerkhauffen, furhenngkhen noch verkhauffen, sonnder jegklicher sporer und
zawmbstrikher seines hanndtwerchs, so er gelernt und mit aigner hanndt in sein selbs
offner werchstat machet, betragen mag trewlich, wie sein ordnung erlaubt und oben an-
gezaigt, kauffen und verkhauffen jedem man umb zimlich gelt on gever, bey ainer peen
funff phunt phening gemainer stat ze geben, als offt ainer darwider thut und weislich
gemachtwirdet.
Doch haben ine ain ersamer rate dise ordnung ze mindern und ze meren ganntzen
gwalthierinnenvorbehalten,wieund ineverlusstundgutbedunkht.
345.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien lassen eine von Bürgermeister Lienhard
Pudmansdorfer und dem Rat am 4. Dezember 1518 erlassene Ordnung für die Handschus-
tergesellen indas Stadtbuch schreiben.
1519März22.
HWOBfol.214r–215v.
Parallelüberlieferung: WStLA, H.A.-Akten 3/1540 fol.14r–20v (Konzept der Ordnung vom
4.Dezember1518, offenbaraufGrundlagederBittschrift derHandschustergesellen).
Literatur:Uhlirz,Gewerbe633;Zatschek,Handwerk82f., 172.
Annoa Domini milesimo quingentesimo decimo nono des eritags nach dem suntag Re-
miniscere in der Vassten haben die herrn .. burgermaister und rate der stat Wienn dise
nachvolgunde ordnung in ir statbuch einzeschreiben bevolhen, dieselb von wort zu wor-
tenalso lautennd:
345 aÜberdemgesamtenEintragmittig von spätererHand: Handtschuster. SiehedazuobenS.67.
344 1 Tandlermarkt, im16.Jh.aufderBrandstatt (dazuobenNr.166Anm.4)gelegen.DieTändler selbst
erhielten erst im Laufe des 17. Jhs. eine festere Organisation, die auch in mehrere Verlegungen des Marktareals
mündete, vgl.C
, LexikonWien5414f.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen