Seite - 526 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Bild der Seite - 526 -
Text der Seite - 526 -
526 VI.2.Edition
briefs, besiglten mit unnserm anhanngunden stat innsigill, doch unns, unnsern nach-
komen und gemainer stat on schaden. Geschehen an sambstag nach sannd Anndre, des
heiligen zwelfpoten, tag nach Cristi unnsers Herrn geburdt funffzehenhundert und im
achtzehennden jarenpp.
346.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien erteilen den Kohlern und Kohlenträgern auf
derenBitte eineOrdnung.
1519November17.
HWOBfol.216r–217r.
Literatur:Opll,Zeitverständnis 44Anm.37.
Kolerundkoltrager vernewteordnung
Anno Domini millesimo quingentesimo decimo nono des phintztag nach sannt Lew-
poldt, des heilligen marggraven, tag kamen fur den rate der statt Wienn die erbern ..
die zechmaister der koller und koltrager hie und gaben allda zu erkhennen, wie sy ain
ordnung inen von demselbn rate genedigclich gegebn und ina der hanndtwerckher ord-
nungbuch eingeschribn hietn1, die inen aber durch verwanndlung der zeit in etlichen
artikln zu swer wer, batn darauf den benanntn rate mit vleis, die vermellt allt ordnung ze
messigen und zu vernewen. Allso haben dieselbn herrn burgermaister und rate inen solh
ir ordnunggemessigtundvernewet,wiehernachvollgt:
[1.] Item erstlich umb daz die koler, so sich maister nennen, dem paurn, so daz koll
fùrt, und demselbn in abmessen gelt einpringen hellffen oder seinen knabn und knechtn
in solhen und dergleichen sachn alletzeit hillflich und dienstlich sein, wie dann ain gute
zeit her beschehen und die kollpaurn selbst begert, von yedem ganntzen wagen nemen
unddiepaurn inengebn sùlln ain sackhkoll.
[2.] Item es soll ain yeeder pawr, der koll herpringt, sein koll durch sich selbs, sein
knechtoderknabnandemmarckhtverkauffenundvaillhabn.Essoll auchkainkoltrager
oder kolmesser nyemandt koll khauffen, allain es sey der khauffer her, sein khnecht oder
scheinpot selbstdarbeyoderdesselbenherrnundkhauffers aigengehais seyundgeschèfft
hab.
[3.] Item nachdem der paur, so daz kol fùert, dem kolmesser oder kolltrager von
dem ganntzen wagen den sackh kol gebn hat, wie obsteet, soll der paur dem koltrager
oder messer nichts mer zu gebn phlichtig sein. Aber der kauffer, so er es an dem Hof2
kauft und mit aigem potn haim tregt, fuert oder bringt, soll von dem stùbich ze messen
ain helbling schuldig sein und gebn. Oder ob der slosser, smid, appotekher oder annder
burger des koll notturftig ain wagen oder mer inn oder vor seiner behausung abmessen
wurdn, so sollnkoltragerundkolmesser jeevonainemstùbichkoldaselbst zu tragenund
messen nicht mer von dem kauffer begern oder nemen dann auch ain helbling. Obeb
aberderkaufferdazkoll durch sich selboder annder seindiennerundpottnnichthaim-
fùert oder bringt, sonder der kolltrager ime daz vom Hof in sein innaw oder behausung
346 aÜberderZeile von gleicher oder zeitnaher andererHandmitVerweiszeichen eingefügt. b -r radiert.
346 1 SieheobenNr.165.
2 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen