Seite - 529 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.346–349 529
ires hanndls und hantwerchs ain ordnung aufzerichten und furzenemen angerufft und
gebeten. Und wann wir ir begeren fur erber, zymblich und gut, das auch zu gemainem
nutz dienstlich geacht, haben wir ine dise nachvolgunde ordnung aufgericht und geben,
auch in unnser und gemainer stat ordnungpuech ze schreiben bevolhen, daz dieselb nu
hinfuruntzebrochen, vesstund stàt ordenlichgehalten sollwerden.
[1.] Anfencklich daz ain yeder, der hie das hantwerch treiben will, ain eelich weib
habeund soll auchburgerrecht,wiebrauch ist, emphahen.
[2.] Zum annderen wo ain fròmbder sich heerthun wollt oder hie nidersetzen, daz
derselb, eeund er von den maistern angenomen wirdet, sein(en) geburdbrief bring und
zaige, und ob er annderswo maister worden sey. Dartzue soll er bringen ainen erbern
abschid, vondannenerkòmen ist.
[3.] Zum dritten daz kain junger fur ausgelernet geacht soll werden, er hab dann bey
aim maister gantzer drew jar gelernet. Es mag auch ains maister sun alltzeit gesellenweis
arbaiten und dartzue auch, wenn er will, maister werden, ob er annderst seinem vater
gearbaithat.
[4.] Zum vierdten welher hie maister will werden, der soll auch brief bringen, das er
dieobbestimbt zeit darumbgelernethab.
[5.] Zumfunften [218v] daskain fròmbdermaisterkarttenmacherhiekarttenausser-
halbderzwayer jarmàrcktfailhabennochverkauffensollwederhaimblichnochoffenlich.
Dartzue sollen die kartten ausser bestimbter màrckt nicht in die heuser getragen werden
noch auch in den vassern verkaufft werden. Wo man sòlh kartten, wie ytz antzaigt, be-
greifft, soll der verkauffer und karttenmacher angenomen werden und die kartten zu
gemainer stat verfallen sein.
Doch hat im ain rat gewallt vorbehalten, die ordnung zu verkeren, ze mynndern,
ze meren oder gantz abzetun nach gelegenhait der zeit, wie und als offt in des verlusst
getreulichundungeverlich.Actumut supra.
349.
DerBürgermeister undderRat [der StadtWien] erteilendenRingmachern eineOrdnung.
1525August 22.
HWOBfol.219r–v.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe626,639,642.
Der ringmacherordnung
Anno Domini etc. quingentesimo vicesimo quinto des eritag vor sand Barthlmestag, des
heilign zwelfpotn, haben die herren burgermaister und rate hie zw aufnemung ir selbs
auchvongemainesnutzwegnainordnungdenringmacherngegeben,wiehernachvolgt:
[1.] Zum ersten so ain fròmbder maister herkhum und sich hie niderlassen und das
ringmacherhanndtwerch arbaitn wolt, der soll bringn brieflich urckhund, von dann er
khumbt, das er das ringmacherhanndtwerch, wie brauch ist, gearbait hab, das er auch
khundschafft bring,das er eelichgeboren sey.
[2.] Zumannderendaserauchabschidbriefbringe,wieer sichandemortt,vondann
erkhumbt, gehaltnundabgeschiden sey;darzue soll er auchhabenain eelichweib.
[3.] Zum drittn wo er die obbemelten brieff und khundschafft gebracht, soll ain
maisterstuckhmachen,nemblichaineneysnenwàtschkoringmit zwaintziggesperrnund
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen