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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 531 -
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Nr.349–350 531 [2.] Item es sol auch kainem gast an ainem markhttag nicht mer abgemessen werden dann was er kaufft von ainem wagen auf den anndern von dem markht aus der stat zu furn, also das kain gast kainen getraid hie einschuten sol, doch das den armen unnder dem gepirg1 zu aintzigen dennoch abgemessen werd ain metzen, zwen, drey oder vier, yedemnachseinen stattun.Undwerwiderdieordnung thuet,denwilmanschwèrlichen darumbstraffen. [3.] Item es sol auch ain yeder, der zu dem markht traid fùrt, her gen Wienn nach einganng des markhts an erichtag oder sambstag mit dem traid farn oder stellen an offen markht zu den anndern wegen, dardurch man ain wissen gehaben mug, wie vil getraids an ainem yeden marckhttag auf den markht pracht wirdet. Und wer dawider thuet, den wirdetman schwerlichendarumbstraffen. [4.] Item es [220r] sol auch ain yeder an den obgenannten markhttàgen am erich- tag und am sambstag sein swein also halten und bewarn, das sy bey tag noch bey nacht auf dem markht an irn wàgen und traid kainen schaden nicht thun. Wurd aber yemands swein daruber an solhen schaden ycht begriffen, zu dem ersten mal sol man demselben sweinpaideornabschneiden;wurdes aber zudemanndermal an solhen schadenbegrif- fen, so solmandas analle gnad indas spital2 geben,denarmendurftigenzumerung irer speis. [5.] Item es sol auch ain yeder, der traid oder habern kaufft umb berait gellt, das von stund an bezalen. Ob er des nicht tèt, so wirdet der richter von im dem hingeber ain genuegen thuenunddartzuedenkhauffer schwèrlichdarumbstraffen. [6.] Item das kain gast kainerlay traid oder mell zu abends, als man das herfurt, noch ze morgens an dem markhttag, ee man den fan abnymbt, nicht furkhauffen sol. Welich manaberdaruberbegriffundsolichsuberfarnwurde,denselbenwilmandasgetraidoder mel zuder stathanndennemmenunddarzue straffenonalle gnad. [7.] Item das auch die, so getraid und mel herfuern, an den Newen Markt3 das zu verkawffen bringen, und was sy des dasselben nicht verkauffen nyndert annderswo in khainerlay behawsung noch gemech dann in des [!] stat melgrueben4 und kasten in- schutten sullen, als von allter herkhomen ist. Und was getraids yetz in annder hewser eingeschutt ist, sol dasselbs nicht verkaufft noch aufgemessen werden, sonnder auf den Newn Markht gefurt und da verkhaufft werden. Welich darwider teten und dem vorge- schriben gepot nicht nachkomen, den wil man auch solh ir getraid oder meel zu der stat hanndennemmenunda dartzue schwerlichen straffenanalle gnad. [8.] Item das meel aufzeschreiben, so es ainer verkhaufft und gastlòsung ist, syben phening. [9.] Itemb Dorn von Vischamund5 seml per acht phunt phening Reinisch, Leonhart Aygnerper vischer tl. g. h.d(a)tb [?]. 350 au- korr. b–b Dieser Artikel dürfte wohl in der Vorlage eine Randnotiz gewesen sein, die von einer konkret vorgenommenenMessungmitanschließenderGeldabgabeberichtete.Wahrscheinlichbezog sichdieseNotizaufdie im Paragraphendavor erwähnte gastlòsung. 350 1 Gemeint ist hier das Gebiet (Viertel) unter dem Wienerwald, heute NÖ, vgl. O   , Eisenbuch 34, 156. 2 ZumWienerBürgerspital sieheobenNr.37Anm.2. 3 ZumNeuenMarkt sieheobenNr.157Anm.2. 4 ZurMehlgrube sieheobenNr.44Anm.3. 5 Fischamend,VBBrucka.d.Leitha,NÖ.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
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