Seite - 535 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.351 535
darumb schlecht, das er im sein hab hinweg tragen hat, wie hart er in darumb schlecht,
soferrdas er innurnitplutrunsmacht, so ist erdemrichternichts verfallen.
[12.] Auch ist von allter unnser recht, wann wir oder unnser diener und knecht des
nachtszuunnsererhabzumwassergeenoderdavon,dasunnsderrichternochseindiener
dann nicht vahen noch enngen sol. Es wàr dann, das sy unnsern dienern oder knechten
desnichtglaubten,das sewc inunnserngeschèfftengienngen, so sollen symitdemselben
geen unntzt an des flòtzer hawß, auf den er sich anzaigt hat. Und ist, [224r] das man
in da einlàsst, so sullen sy in dann ledig lassen. Wolt man in dann nit inlassen, alsdann
mògen sy inhinfurn,wohin sywellen.
[13.] Es ist auch von allter unnser recht, das kain flòtzer, der hie gesessen ist, wo der
rynnet auf ainem grunt, von welherlay unglukh das geschiecht, das der kain gruntrecht
nithaben sol, nyemanndnicht,wer es inunnsersherrendeshertzogen lanndt ist.
[14.] Mer ist auch das von allter unnser recht, was die flòtzer holtz bedurffen, weli-
cherlay holtz das sey, das sy mògen ausarbaitten, als preter, schintln, latten und stubm-
holtz, dasd dasselbigkain furkauffnit ist.
[15.] Soistauchweyttervonallterunnser recht,dasderrichterainenfurdenanndern
nitgenòttenmagumbseinstekhen,unntztdas sydieanslahen.Wèraber,das sydienicht
woltenanslahen, so solder richter vierflòtzernidersetzen,unntztdas sy anslahen, yedem
mannach iren trewen,unddasmanarmlewtnitbeschwàr.
[16.] Es ist auchvonallterunnser recht,daskaingastweder tàfeln,kasstennochkain
holznichtauflaynnochkainwidkauffennoch invier stanntneroder sewlennichtvassen
sol, sonnder nur in zwen stannttner oder sewlen. Wer das daruber thuet, als offt er des
ùberfarenwirdt, der ist demrichter zuyedemmal verfallen zwenundsibentzigphening.
[224v] [17.] Und ain yeglicher gast, der da herkhumbt gen Wienn mit holtz, es sein
laden, zymerholtz, stekhen, taufeln, rayff, prugkholtz, wie es genannt ist, unntzt an den
vierden tag hie ligen und verkauffen selber personndlich oder durch seinen knecht, also
daskainflòtzerhiezuWienndieweyl furkauffensol.Abernachdenegenantentagenmag
ainyeglicherflòtzerwoldasselbigholtzkauffen.
Lieben genedigen herrn, der vorgeschriben rechten aller gedennken wir, das wir und
unnser vorfordern die von allter herbracht und gehabt haben, und sagen das auch bey
unnsern trewen.
c AufRasur. d ÜberderZeile von gleicherHandmitVerweiszeichen eingefügt.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen