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Nr.354–357 541
356.
EidderFleischbeschauer.
[ersteHälfte 16. Jahrhundert]1.
HWOBfol.231v–232r.
Fleischbeschawer aid
Ira werdet schweren, das ir euch zu yeder zeit, wann die fleischaker am Grieß2 alhie oder
sonnst auf denen màrkten gross oder klain viech kauffen, desselben kauffs aigentlich
erkhònnden, auch furter bey dem slahen und abstechen des viechs, so euch dann die
fleischaker zu yeder zeit ansagen und ausserhalb eur kainerlay viech slahen noch abste-
chen [232r] sollen, selbst persondlich sein und mit vleyß besehen wellet, das solh viech
nita tàdlich, zu slecht oder zu mager, sonnder rechtgeschaffen und gut viech geslagen,
abgestochenunddasfleysch,wieesdanngesetzt,nachderwagverkaufftundrechtgewe-
gen werde. Wo aber sy die fleischaker annderst zu thun unnderstònnden, das ir solhs nit
gestatten, auch dem untewglichen viech das har an den schwànntzen abschneiden oder
sonnst,damitmonesals furuntewglicherkhenn,bezaichnen,darzuedenkaufdesunnslit
erfarnn und bey denen oelern, damit sy zu den khertzen nit zu fil, sonnder der khertzen
gròss, gleichmàssigdachtnemmen,gutaufsehenhabenundalso indemallendengemai-
nen nutz trulich befurdern; und was euch zu schwer sein wurde, alltzeit ainem ersamen,
hochweisen burgermaister und rate anzaigen und darinn weder schennkung, muet, gab,
frundschafft noch veindschafft ansehen, sonnder die sachen aufrichtigklich und trulich
hanndlenwellet, bis aufwiderrueffenundaines ersamenratsweyternbevelh.
357.
EidderSteckenzähler.
[ersteHälfte 16. Jahrhundert]1.
HWOBfol.232r.
Literatur:Opll, Leben267.
Stekenzeler
Ir werdet schwern, das ir alln und yedn, so stekhen auf dem wasser alher bringen, zu
yederzeit ansagenwellet,das sybeydenenstekhenbeleibenoderyemanndsbevelhen,da-
mitmeniklichdie steckhena, inmassenmandie setzenwirdet,kauffenmògundnemlich,
das ir sòlh stekhen getrulich und mit ganntzen vleyss besehet, selbst auszelet und die, so
356 a–aGestrichen. Unterhalb des Eides von anderer Hand mit Verweiszeichen anstelle des gestrichenen Teils einge-
fügt: Ist verànndert und gestelt mit dem anfanng also: Ir werdet vergreiffen allen mòglichen vleyß furzukernn,
den kauff an grossem und klainem viech alhie am Grieß, auch sonnst auf denen markten, zu yeder zeit aigent-
lichzuerkhònnden, auchdasviech, eediefleischakerdas abslahenoderabstechen,mitvleyßzubesehen,damit
kain tàdlig etc.Darnachverrerwieobstet.
357 a-eck- aufRasur.
356 1 DieDatierungerfolgthier reinnachpaläographischenGesichtspunkten.
2 Wahrscheinlich ist hier der Ochsengries (Ochsenmarkt) gemeint, ein Uferstreifen am südlichen
Wienfluss vordemStubentor (Wien III), vgl.C
, LexikonWien4439.
357 1 DieDatierungerfolgthier reinnachpaläographischenGesichtspunkten.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen