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Handwörterbuch der Philosophie
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Deutlichkeit Dialektik. (Motive), durch äußere und innere die Ansicht, daß auch das Wollen begründet, verursacht ist, nicht grund-, nicht ursachlos erfolgt. Der oder naturalistische D. betrachtet das Wollen als Produkt äußerer und innerer Faktoren, als notwendiges Ergebnis derselben, besonders der Ein- wirkungen der Umwelt. Der psychologische D. betont die Wirksamkeit der inneren Willensbedingungen, der Motive, des Charakters, der Persönlichkeit, des Ich und nähert sich zuweilen dem gemäßigten „Indeterminismus" (s. d.). Der theologische D. lehrt, die menschlichen Willenshandlungen seien letzten Endes von Gott bestimmt, womit auch der metaphysische D. (SPINOZA u. a.) übereinstimmt. Der D. ist vom Fatalismus (s. d.) wohl zu unterscheiden, so sehr er sich ihm zuweilen nähern mag. Vgl. Willensfreiheit, Schicksal, Prädestination, Motiv, Strafe. Deutlichkeit s. Klarheit. ist Erfassung des Sinnes einer Rede, eines Tuns, der (s. d.) desselben, der Motive einer Handlung. Die D. der Sinnes- besteht in der Möglichkeit, mit ihnen bestimmte Vorstellungen, zu denen sie gehören, auf die sie hindeuten, zu verbinden, sie richtig zu beurteilen (vgl. JERUSALEM, D. Aufgaben d. an höheren Schulen4, 1912, S. 70). Die D. von Handlungen und Ereignissen, geistigen Erzeugnissen spielt in den Geisteswissenschaften (s. d.), insbesondere in den historischen eine große Rolle. Die Philosophie will, als Metaphysik und Ethik, den Sinn Daseins deuten, will verstehen, was die Erscheinungen im Grunde bedeuten. Vgl. ELSENHANS, Die einer Psychol. der Deutung, 1904. Dialektik Kunst der Unterredung) bedeutet die Gedanken- entwicklung rein aus dem Denken heraus (als Methode der Erkenntnis oder Beweisführung), aber auch die Lehre von der dialektischen Gedankenbewegung. Dialektisch ist die Bewegung des Denkens durch Widersprüche hindurch, welche im Fortgange des Denkens wieder aufgehoben werden, der Dreischritt von Position, Negation neuer Position usf. Das Denken bewegt sich hier in Gegensätzen; es die Totalität der Bestimmungen seiner Objekte fassen will und sich bewußt ist, daß jede positive Aussage von etwas Abstraktion und Einseitigkeit einschließt, ergänzt es das Ausgesagte, indem es dem Wege der Negation und Gegenüberstellung die Einseitigkeit wieder Doch schlagen nicht die Begriffe von selbst ineinander um, sondern der Denk- und Erkenntniswille ist es, der die Begriffe — aber mit Hinblick auf die Erfahrung, nicht rein deduktiv logisch auseinander entwickelt vereinigt. Dieser (HEGELschen) Bedeutung von „Dialektik" gehen aber andere Be- deutungen vorher. Als den der D. nennt Aristoteles ZENON von (Diog. Laert. VIII, 57), welcher die Widersprüche aufzeigt, zu welchen nach ihm die Annahme der Realität von Bewegung (s. d.) und Vielheit führt (s. Antinomie). Eine D. im schlechten Sinne, Methodik des logischen Scheins, der Scheinbeweise, der Trugschlüsse, der üben manche Sophisten (s. d.) aus. Als Kunst in der Unterredung, im Denken Begriffe zu produzieren, objektive Wahrheit zu finden, erscheint die D. (vgl. XENOPHON, Memorabil. IV, 5, 12). Bei den (s. d.) die D. zur (s. d.). PLATON versteht D. die Methode des streng logischen und philosophischen Verfahrens der Begriffsbildung,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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