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Dilemma — Ding.
der Merkmale, Funktionen, Organe durch und verschieden starke
und verschieden gerichtete Inanspruchnahme von Teilen der Organismen. Nach
SPENCER zeigt die ganze Entwicklung (s. d.) der einen Wechsel von
„Differenzierungen" und „Integrierungen" (First Principles; of
of also auch die organische, geistige, soziale
Vgl. SIMMEL, Über soziale D.3, 1906; R. GOLDSCHEID, Höherentwickl.
Menschenökonomie, S. ff.; B. WEISS, Entwicklung, 1908. VgL
Arbeitsteilung.
Dilemma zweiteilige Annahme) ist ein hypothetisch-disjunk-
tiver (s. d.) Schluß, dessen Obersatz hypothetisch und zweigliedrig-disjunktiv
ist, von der Form: Wenn A wäre, so müßte es B oder C sein; Nun ist es
weder B noch C; Also ist A nicht; oder: Wenn S nicht gilt, so müßte es
weder A noch B sein; S ist A; Also gilt S. Das D. wurde öfter zu Trug-
schlüssen (s. d.) gebraucht, kann aber auch dazu dienen, die
logische Unhaltbarkeit einer Behauptung darzutun. — Im Sinne ist
der Zustand, in welchem man nur die Wahl zwischen zwei un-
angenehmen Möglichkeiten oder zwischen zwei Übeln hat. Vgl.
Antistrephon, Cornutus.
heißt der dritte Modus der vierten Schlußfigur (s. d.): Ober-
satz und Folgerung partikulär bejahend (i), Untersatz allgemein bejahend
Pi M | Ma S | z. B.: Einige Deutsche sind Sozialisten; Alle Sozialisten
sind Gegner des Also sind einige Gegner des Bestehenden
Deutsche.
Dimension (dimensio) ist die Ortsbestimmung im durch Ab-
messung oder die Ausdehnungsrichtung nach Länge, Breite, Tiefe
Die Zeit ein-, der euklidische Raum d.) dreidimensional. Den Gedanken
eines Raumes von mehr als 3 Dimensionen haben schon (in
Beziehung) KANT, GAUSS, dann H. GRASSMANN (Ausdehnungslehre, 1844),
HELMHOLTZ (Über d. Ursprung u. d. Bedeut. geometr. Axiome,.
1870), der (wie FECHNER) die Fiktion vom „Flächenwesen" mit der Vorstellung
eines nur Raumes macht, ZÖLLNER (Gesammelte
1878), der den Begriff der „vierten Dimension" spiritistisch verwertet, u.
(vgl. dagegen BOLZANO, d. böhmischen Gesellsch. d. Wissensch.,
1845). Die physikalische „Relativitätstheorie" (s. d.) betrachtet die Zeit als
vierte D. des Raumes. Metaphysisch lehrt eine vierte D. schon H.
sie ist die „Wesensdichtigkeit" („spissitudo essentialis") der immateriellen Sub-
stanzen (Enchirid. metaphys. I, 28, § 7). Vgl. PETRONIEVICS, der
Metaphysik I, 1904, 341; KIRSCHMANN, Philos. Studien, XIX; A. LEVY, Die
dritte Dimension, 1908; Die vierte D., 1909; G. RICHTER, Bewegung,
die vierte D„ 1912; K. GEISSLER, Die Dimensionen des Raumes, Archiv für
systemat. Philos., NATORP, Die log. Grundlagen der exakten Wissensch.,
1910, S. ff.; HINTON, The fourth 1906. — Vgl. Raum, Meta-
geometrisch, Tiefe.
Ding res, ist, allgemein, jede „Sache", jeder „Gegenstand",
alles, was gegenständlich gedacht werden kann, sei es nun ein bloßes „Ge-
dankending" („ens rationis") oder ein reales, wirklich existierendes Ding, im
zum Widerspruchsvollen, zur Einheit eines Gegenstandes nicht Ver-
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Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften