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Handwörterbuch der Philosophie
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Ding. der Zeit dauernde Gestalt sich uns darstellt" (Logik, 1904, 113 ff.). Nach B. ERDMANN ist ein Vorgestelltes ein D., sofern es sich als „beharrendes ständig Wirkliches, d. h. als selbständig Wirkendes und Leidendes" zu er- kennen gibt (Logik, I2, 1907). Realistisch fassen das D. auf die DESCARTES, LOCKE u. a., von Neueren: UEBERWEG, FEUERBACH, SPENCER, JODL, VOLKELT, KÜLPE, W. FREYTAG, E. BECHER, V. KRAFT (Weltbegriff und Erkenntnis- begriff, 1911), STUMPF, MEINONG, KREIBIG U. a. (s. Objekt, Realismus). Als kategorial verknüpfte Erfahrungsinhalte, Synthesen gesetzmäßig zu verknüpfender objektiver, gemeingültiger Erkenntnisinhalte fassen die empi- rischen Dinge auf KANT (S. Erscheinung, Objekt, Ding an sich), COHEN, WINDELBAND, SIMMEL, KINKEL, CASSIRER, E. KÖNIG, LASSWITZ, NATORP a. (s. Objekt). — Inhalte eines überindividuellen Bewußtseins sind die Dinge nach FICHTE (S. Ich), BERGMANN, SCHUPPE, REHMKE, UPHUES, LIPPS U. a. Die Einheit des „Ding-Konkreten" gründet sich nach REHMKE auf das „not- wendige Zusammen im Nacheinander verschiedener Augenblickseinheiten" 2. A. 1905, S. 44; Philos. als Grundwissenschaft, 1910). Nach LIPPS ist dasjenige, was Dinge zu solchen macht, „das mit den Ele- menten des Dinges nicht gegebene, sondern vom Denken auf Grund der Er- fahrung hinzugefügte Band der Zusammengehörigkeit oder der wechselseitigen Relation zwischen den Elementen" (Grundr. d. Lo- gik, S. 89; Einheiten u. Relationen, 1902, S. 80; vgl. Ein- in d. Philos., 1903, S. 257 ff.). Nach HUSSERL sind Dinge „die durch eine einheitlich umspannten Konkreta" (Log. Untersuch., 1900-01, II, 249). Komplexe von Empfindungen (bzw. von sind die Dinge nach BERKELEY, HUME, J. ST. MILL, CORNELIUS, R. aber noch „Urfaktoren" annimmt) u. a. Nach MACH ist „Ding" nur „denkökonomische" Einheit zu praktischen Zwecken, „ein Notbehelf zur vorläufigen Orientierung", eine relativ konstante Gruppe von „Elementen" d.) oder „Empfindungen" (Beitr. zur Analyse d. Empfind.4, S. 5 ff.). Es gibt keine isolierten Dinge, sondern „Ich" und „Ding" sind „provisorische Fiktionen" (Erkenntnis u. Irrtum, S. 13). Ähnlich lehren NIETZSCHE, PETZOLDT (Das Vorwort), VERWORN, ZIEHEN, (Vorles. über Naturphilos.2, S. 77 f.: Dinge als objektive, gesonderte „Erleb- nisse" ; d. Naturwiss. IV, „energetisches" Ding an sich als idealer Grenzbegriff, als Energienkomplex), VAIHINGER, nach welchem das „Ding" eine zweckmäßige Fiktion ist, indem das Wirkliche ein Fluß verknüpfter Empfindungen ist, den nur das Denken in und Objekt gliedert (Die Philos. des Als ob, 1911, S. 297 ff.). Das „Ding" ist nur eine Apperzeptionsform, in der sich Empfindungen verbinden (vgl. STEINTHAL, Einleit. in d. Psychol. S. 97 ff.). Der Ansatz von „Dingen mit Eigen- schaften" verfälscht den Tatbestand, die einheitliche „Empfindungsreihe". Mit Hilfe der Ding-Fiktion wird das Denken Herr über das Meer der an- stürmenden Empfindungen, es kann damit in ihnen Ordnung schaffen. Es ist bis zu einem gewissen Punkte möglich, die so zu betrachten, „als ob es Dinge gäbe" (1. c. S. 307). Daß wir Einzeldinge nur aus Gesichtspunkten der Praxis des Denkens und Handelns setzen müssen, lehren in verschiedener BERGSON (s. Leben), (Seele u. 1912), C. U. a.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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