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Handwörterbuch der Philosophie
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140 Ding an sich. Nach letzterem die Gegenstände des praktisch orientierten Denkens „be- wegte Dinge", wobei die Dinge selbst nur Bewegung (s. d.) sind („ein Ding geschieht, ein Geschehen ist ein Ding"). Unmittelbar, in der „Grunderfahrung", ist das D. „eine Summe von Sensationen, verbunden mit dem produkte aus denjenigen mit diesen Sensationen produzierten Vor- stellungen, auf welche wir, als sie verursachend, jene Sensationen beziehen" (D. Lehre von den Geistigen u. vom Volke I, 1908, 133 ff.), An sich, für das „geistige" Denken ist die Wirklichkeit ein einheitlich-stetiges Ganzes. — VgL HEGEL, Enzyklop. § BERGMANN, System d. objektiven Idealismus, S. 114; UPHUES, Psychol. d. Erkennens I, 1893, f.; SCHUPPE, Grundr. Erkenntnistheorie u. Logik, 1894, S. 123 ff. (Unterscheidung von Raum- und Zeitdingen sowie des „Ichding"); v. SCHUBERT-SOLDERN, Gr. einer Erkenntnis- 1887, S. 68, ff.; JAMES, Principl. of 1891, II, 78; K. DIE- TERICH, Grundz. d. Metaphys., 1885, S. 22 ff. (vgl. Substanz); R. Phüosophie des Erkennens, (kritizistisch); B. KERN, Das Erkenntnis- problem2, HÖFFDING, Der menschliche Gedanke, 1911. — Vgl. Objekt, Ding an sich, Erscheinung, Körper, Atom, Monaden, Substanz, Materie, Kraft, Immanenzphilosophie, Transzendenz, Gott, Spiritualismus, Panpsychismus, Voluntarismus. Ding an sich ist die Wirklichkeit der Dinge, so wie sie unabhängig von unserem Vorstellen, Denken, Erkennen besteht, das jenseits aller möglichen Erfahrung liegende („transzendente") Sein, das nicht selbst Objekt (s. d.) oder Inhalt des erkennenden Bewußtseins ist, aber als letzter Grund für das Dasein und die Bestimmtheiten, Besonderheiten der Objekte angesetzt wird oder wer- den kann. Die Objekte der Außenwelt selbst, die empirisch gegebenen Dinge sind dann als „Erscheinungen" (s. d.) eines „An sich" der Dinge zu trachten, das in ihnen zum Ausdruck, zur werdung gelangt; es ist nicht selbst, nicht unmittelbar erkennbar, aber die objektive Erkenntnis bezieht sich in symbolischer Weise auf das „An sich", auf die absolute, von allem Bewußtsein unabhängige Wirklichkeit. Als „relatives An sich" ist das „Für- sichsein" der Dinge, ihr „Innensein" zu bezeichnen, welches niemals Inhalt eines fremden Bewußtseins werden kann, weil es selbst einem solchen analog eine Art „Subjektivität" darstellt, in deren Begriff schon die Selbständig- keit gegenüber dem einzelnen Ich liegt (s. Subjekt, Ich). Dieses (etwa unserem eigenen Streben analoge) „An sich" der Dinge stellt sich „für uns" als phy- sisches (s. d.) Sein und Geschehen dar. Im absoluten Sinne aber ist das „An sich" die Wirklichkeit d.), sie — völlig unerkennbar, unbestimmbar — als Inhalt eines über die Schranken und Grenzen jedes endlichen erhabenen unendlichen, zeitlosen, göttlichen Bewußtseins bestehen mag oder jedenfalls, wie sie unabhängig von den Formen, in denen sie sich einem end- lichen Erkennen darstellt, besteht. Der Realismus (s. d.) hält meist die Dinge so für erkennbar, wie sie an sich, unabhängig Erkennenden, existieren und beschaffen sind. Der phä- Kritizismus (s. d.) nimmt ein „Ding an sich" an, hält es aber für absolut unerkennbar, während der Spiritualismus (s. d.) und Voluntaris- mus d.) es für etwas Seelenartiges, Geistiges erklärt. Für den kritischen Idealismus ist das „Ding an sich" nur ein „Grenzbegriff", ein Hinweis die im menschlichen Erkennen nie auszuschöpfende Unendlichkeit möglicher
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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