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Diskontinuierlich Disposition.
oder (ebenfalls M. toll. pon.). Ein hypothetisch-disjunktiver
Schluß ist das Dilemma (s. Vgl. UEBERWEG, System d. 1882.
unstetig, unterbrochen. Vgl. Stetigkeit.
Abweichung, Unverträglichkeit; Ausein-
anderliegen zweier Begriffe. Vgl. LINDNER-LECLAIR, Logik, S. 52.
Diskret abgesondert, getrennt. Diskrete Größen sind Größen, deren
Teile nicht stetig zusammenhängen (z. B. die Zahlen). Vgl. Stetigkeit.
(von discursus = ratiocinatio, Durchdenken, vgl.
MICRAELIUS, Lex. philos., 1653, Sp. f.; THOMAS: „discursus est
intellectus de uno in aliud"): begrifflich, schließend, auf logische Weise,
von Vorstellung zu Vorstellung, von Urteil zu Urteil übergehend, als Gegen-
zum „Intuitiven" d.). Dieser Gegensatz findet sich z. B. bei THOMAS
— „simplici intuitu", Sum. theol. IL II, 180, 6 ad 2; vgl. CHR.
WOLFF, Philos. rational. § 51). Nach KANT ist das menschliche Denken nicht
keine „intellektuelle Anschauung" (s. d.), sondern „diskursiv", die
Mannigfaltigkeit des Gegebenen durch seine Funktion zu Begriffen verknüpfend,
nur vermittelst der Begriffe erkennend. Raum und Zeit sind keine
siven" oder allgemeine Begriffe, sondern Anschauungsformen. Von der „intui-
ist die „diskursive (logische) Deutlichkeit" (d. h. durch Begriffe) zu
unterscheiden (Krit. d. rein. Vern., S. 9, 52, 88; vgl. FRIES, System d. Logik,
1811, S. 87.) VgL HÖFFDING, Der Gedanke, 1911, S. 10.
Disparat sind 1. Empfindungen verschiedener Sinnesgebiete (HERBART);
2. Begriffe, welche verschiedenen Gattungen angehören und miteinander, ohne
zu sein, unvereinbar sind (z. B. Tugend — Dreieck; vgl. LINDNER-
LECLAIR, Logik, S. 45). Vgl. bei PRANTL, Gesch. d. Logik I, 686.
Disposition (dispositio, bedeutet: 1. logisch-methodische An-
ordnung, Gliederung (vgl. Logik von Port Royal, S. 1 f.); 2. Anlage (s. d.)
zu einer Funktion, besonders zu einer psychischen („psycho-physische" Dispo-
sition). Es gibt ursprüngliche, primäre, angeborene und sekundäre, er-
Dispositionen; beruhen Teil auf genereller Übung (Ü.
Generationen), letztere auf individueller Übung (s. d.). Durch die Wieder-
psychischer Funktionen bleiben in der Psyche „Spuren" zurück, d. h.
ähnliche Funktionen werden später leichter, rascher, sicherer ausgeführt. Die
D. sind nicht selbst bewußt, aber von Bewußtseinsvorgängen
und Bedingungen solcher; sie treten vielfach als Tendenzen bestimmter Rich-
tung auf, zur Reproduktion (s. d.) bestimmter Vorstellungsreihen,
(s. Assoziation), „Bereitschaften" (s. d.), als Ge-
müts-, Willens-, Charakteranlagen Physiologisch entsprechen den D. be-
stimmte der organischen, besonders der Nervensubstanz, auch
bestimmte Anordnungen, „Bahnungen", Koordinationen u. ferner eine
Aufspeicherung potentieller Energie im Zentralnervensystem, im Großhirn.
Angedeutet ist der Begriff der psychischen D. schon bei PLATON (Theaet.
191 C) und ARISTOTELES (De anima, III, 2), STRATON, den Stoikern,
PLOTIN (Ennead. IV, 6, 3), AUGUSTINUS. Die reden von einer
„intellectus dispositio". MICRAELIUS erklärt: „Alias dispositio contradistin-
habitui et est qualitas afficiens subiectum idque praeparans ad
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Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften