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Handwörterbuch der Philosophie
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Disposition. (Lex. philos. 1653, Sp. 336 f.). Physiologische Dispositionen kennen DESCARTES (s. „ideae materiales"), MALEBRANCHE (ebenso), SPINOZA vestigia, Eth. III), HOBBES K. 3), LOCKE (Essay concern. unterstand. II, K. 33, § 6), HARTLEY, PRIESTLEY, CONDILLAC, BONNET („dispositions des Essai de Psychol., 1775, K. 6; Essai analyt., 1759, § 59 ff., 163 ff., €10 ff.), A. v. HALLER U. a., welche die D. ins Nervensystem verlegen. Später tun dies auch MEYNERT, ZIEHEN („bestimmte Anordnung in bestimmter Weise zusammengesetzter Moleküle der Leitfad. d. physiol. S. 109 ff.), VERWORN, R. SEMON (S. „Engramm"), R. JODL, RIBOT, DELBOEUF, SPENCER, MAUDSLEY U, a. Dispositionen nicht bloß physiologischer, sondern psychischer Art gibt es nach einer Reihe von Forschern. So nach SPINOZA LEIBNIZ, nach welchem die Seele zu allem, was sie aus Anlaß der Erfahrung vorstellt denkt, angeborene Anlagen hat (s. Angeboren), als Tendenzen zur Produktion von Gedanken. Ferner gibt es erworbene Dispositionen als Residuen, „Reste" Eindrücke („des dispositions, qui sont des restes des impressions dans aussi bien que dans le corps", Nouv. Essais 10, 2). Als „Fertigkeiten" bestimmt die Disp. („Spuren") (Philos. Aphor. I, § 239 ff.). KANT spricht von „Angewohnheit im Gemüt" (Anthropol. I, § 29 B), HERBART von einem „Streben, vorzustellen" (Lehrb. z. Psychol., 1877, S. 16). BENEKE bezeichnet die D. als „Angelegtheit" bzw. als „Spur". ist rein psychisch, ist das, „was von früheren Seelenakten innerlich fort- ein „unbewußt Beharrendes", eine Vorbildung für Neues (Lehrbuch d. Psychol. § 27; vgl. — Nach FECHNER sind die D. Reste be- wußter Tätigkeit; sie gehen „form- und richtunggebend in unsere ganze fernere bewußte Tätigkeit mit ein" (Zend-Avesta, 1851, I, 280 f.). Ebenfalls als rein funktionell faßt die psychische D. auf; sie besteht nur als Erleichte- rung des bestimmter Bewußtseinsvorgänge (Grdz. d. phys. Psychol., 1903, III5, 330). Ähnlich KÜLPE, HÖFFDING, SULLY, JAMES, BERGSON, BRENTANO, MEINONG, WITASEK, JERUSALEM U. a.; nach letzterem ist die D. „Hilfsbegriff, der nach der Analogie des Begriffs der potentiellen gebildet ist" (Lehrb. d. Psychol.*, 1907, S. 29 ff.; Erinnerungs-, Urteils-, Gefühls-, Willensdispos.). Als unbewußte (s. d.) Zustände faßt die D. B. ERDMANN auf. In uns wirken stets „zahllose unbewußt Gedächtnisresiduen als möglichen Bewußtseins" (Wissensch. Hypoth. über Leib u. Seele, 1908; vgl. HERBERTZ, Bewußtsein u. Unbewußtes, 1908). Ähnlich lehrt LIPPS; die D. unbewußte Zustände und erzeugen Vorstellungen, indem sie zur Tätigkeit werden (Grundtatsachen d. Seelenlebens, 1883, 96; Leitfaden d. Psychol.8, 1910). Nach OFFNER ist die funktionelle D. eine Bedingung Vorstellens «eines in seiner Qualität bestimmten Inhalts, eine „bleibende Veränderung" in der im Vor der „Anregung" ist sie „latent", wirkungs- los. Angeregt wird sie durch einen Reiz, der mit dem die D. stiftenden quali- tativ identisch ist oder aber einen ähnlichen Reiz oder endlich durch der Erregung von einer andern Erregungsstelle her (s. Assoziation; Das Gedächtnis8, S. 17 ff.). Es gibt Vorstellungs- und dispositionen. Die einer D. ist der ihrer Leistungsfähigkeit". ist die unmittelbar nach D. Wird die Stärke der D. später erhöht, dann kommt es zur „Maximalstärke". Die an irgendeinem Punkte der Entwicklung gemessene Stärke der D. ist die Gemessen wird die Stärke von Dispositionen, indem die unter Handwörterbuch. 10
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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