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Handwörterbuch der Philosophie
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150 Dualität — Durchdringung. Ansätze zum D. finden sich bei ANAXAGORAS, obwohl der „Geist" (s. d.), der alles geordnet hat, wohl selbst nicht ganz immaterieller Natur ist. PLATON unterscheidet die nicht „seienden", immer veränderlichen, werdenden Sinnen- dinge von den immateriellen, ewigen, „getrennten" „Ideen" (s. d.) und auch die immaterielle Seele (s. d.) vom Leibe. ARISTOTELES unterscheidet (s. d.) und Stoff als zwei Prinzipien (s. d.) und nimmt einen im- materiellen Geist (vovg) an, der zum beseelten Leib „von außen" hin- zukommt. Schroffer gestaltet sich der Dualismus von Geist und Materie (s. d.) im dann bei AUGUSTINUS U. a. Die scheiden scharf zwischen geistiger, immaterieller „Form" (s. d.) und Körper; die Seele d.) ist eine belebende „Form" des Organismus und bildet mit dem Leibe die Einheit eines Menschen. Schroffer gestaltet dann den anthropolo- gischen D. DESCARTES. ES gibt zwei völlig verschiedene Substanzen (s. d.), die ausgedehnte, materielle („res extensa") und die geistige, denkende Substanz („res cogitans"), welche immateriell, einfach, unausgedehnt und als Seele (s. d.), mit dem Leibe in Wechselwirkung steht, die freilich nur durch die „Assistenz" Gottes möglich ist (vgl. philos. I, 60). Bei SPINOZA, als Monist zu bezeichnen ist, werden Geist und Körper zu bloßen der reinen „Substanz" (s. d.). LEIBNIZ erblickt im Körper ein Aggregat seelenartiger Ein- heiten) unterscheidet aber die Seele als obere von den Köper- monaden, worin ihm CHR. WOLFF, HERBART, LOTZE, J. H. FICHTE, ULRICI, L. BUSSE, ERHARDT, WENTSCHER, LADD U. a. folgen. Vgl. VEITCH, Dualism and 1895. Einen „kreatürlichen Dualismus" vertritt A. GÜNTHER, welcher die (s. d.) zur „Natur" rechnet und von beiden den immateriellen, denkenden „Geist" unterscheidet, der mit dem beseelten Leib in Wechselwirkung steht, während die Materie nur eine „Erscheinung des Naturprinzips" (vgl. savarese, hsg. von P. KNOODT, 1883); so auch P. KNOODT, V. KNAUER, ELVENICH, TH. WEBER, KAULICH, F. X. SCHMID U. a. Im scholastischen Sinne sind Dualisten GUTBERLET, GEYSER, LEHMEN, COMMER, CATHREIN, M. DE WULF, MERCIER U. a. Anthropologische Dualisten sind ferner in verschiedener Weise J. B. MEYER, PFÄNDER, 0. FLÜGEL, KÜLPE, JERUSALEM, PORTIG, REHMKE, STUMPF, HÖFLER, MEINONG, REINKE (Die als DENNERT, WASMANN, A. SCHNEI- DER (Die philos. Grundlagen der monistischen Weltanschauungen, 1912) u. wie überhaupt der D. sich z. Teil wieder gegen den Monismus erhebt. Einen bloß „funktionalen" D. vertritt KASSOWITZ Leben, Seele, 1908, S. 347 Einen dualistischen Einschlag hat auch die Lehre BERGSONS (s. Seele; vgl. auch JOEL, Seele und 1912). Nach L. STEIN ist D. eine „psychologische Tatsache*', aber der Monismus ist sein „zureichender Grund" (Dualismus u. Monismus, 1909). Vgl. Seele, Wechselwirkung, Scholastik. Dualität, Gesetz der logischen Gliederung des Denkinhalts in je zwei Teile (Subjekt — Prädikat). VgL WUNDT, Logik P, 1893 -95, S. 34 f. per s. „C". Dunkel ist, psychologisch-logisch, der Gegensatz zum Klaren. Vgl. Klarheit. Durchdringung s. Undurchdringlichkeit, Atom (STÖHR), Dauer (BERGSON).
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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