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Handwörterbuch der Philosophie
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Eidolologie — Eigenschaft. Mensch sein Eigensein esse") bewahren will, aber nicht auf Kosten anderer, deren Wohl er auch wünscht (Eth. IV, prop. XVIII). Einen radi- kalen E. verkündet der Individualist STIRNER, nach welchem das Ich keine Pflichten gegen andere, nur das eigene Interesse anerkennt; dem Ich geht nichts über das Ich selbst (Der Einzige u. sein Eigentum, 1845). Alles ist für das Ich da; die Gesellschaft ist nur als ein „Verein der Egoisten" kennen (vgl. schon FR. SCHLEGEL). Individualist ist z. T. auch NIETZSCHE,. der aber jeden kleinlichen E. ablehnt und als höchsten Wert das kraftvolle Leben im Menschen betrachtet (vgl. Sittlichkeit, Übermensch). Vgl. E. DERER, u. E., 1881; A. Der E., 1899; E. Die Seelentheorie u. d. Gesetze d. natürl. Egoismus u. d. Anpassung, WUNDT, 1903. Vgl. Sittlichkeit, Recht Utilitarismus. Eidolologie: Lehre von den Erscheinungen, nach HERBART ein Teil der Metaphysik (Allgem. Metaphys. I, 71). Eigenschaft proprium, attributum, qualitas, passio) ist im weiteren Sinne jedes einen Zustand (s. d.) bedeutende Prädikat, das von einem Subjekt ausgesagt werden kann, im engeren Sinne jede relativ konstante Beschaffenheit eines Dinges, welche als zu dessen Natur, zu dessen Wesen gehörig, in ihm wurzelnd, aus ihm entspringend betrachtet wird. Das- Ding (s. d.) ist für uns eine Einheit, welche sich in einer Mannigfaltigkeit von ihm oder seiner Art eigentümlichen Besonderheiten, seinen die es von anderen Dingen unterscheiden, die es aber z. T. den Dingen seiner Art gemein hat, erhält. Es gilt als dasjenige, was die Eigenschaften „hat", als der „Träger" der Eigenschaften; dieses „Inhärenzverhältnis" (s.d.) drückt zweierlei aus: erstens die empirische, methodologisch immer genau zu ermittelnde Zuge- hörigkeit, Zuordnung von Merkmalen zu der Ding-Einheit, dem als „Ding" aufgefaßten einheitlichen, relativ konstanten Zusammenhang, zweitens das nach der Analogie des Verhältnisses des eigenen, erlebenden Ichs zu seinen Zustän- den aufgefaßte „Einwohnen" der Eigenschaften in den Dingen. Die E. sind Daseinsweisen des Dinges selbst und nichts ohne dieses, nicht vor ihnen, wie umgekehrt auch das Ding nichts ist ohne seine Eigenschaften, nichts getrennt von ihnen (oder einem Kern von solchen). Ding und Eigenschaften sind eben Grundbegriffe, die miteinander zugleich entstehen und sich aufein- ander so wenig es reine Dinge geben kann, so wenig: gibt es dinglose, in der Luft schwebende Eigenschaften. Die E. der Dinge sind uns zunächst in sinnlichen Qualitäten d. gegeben, welche Zeichen quantitativ-dynamischer Bestimmtheiten der Wirkungsmöglichkeiten, Reaktionsweisen) sind, die wiederum als „Erscheinungen", Äußerungen von — dem erkennenden Bewußtsein nicht „an sich" bestehenden Zuständen, Verhaltungsweisen des Wirklichen (in seiner Beziehung zu anderem Wirklichen) gelten können. Primäre, konstitutive und sekundäre Eigenschaften unterscheidet zuerst ARISTOTELES (Top. VI, 128 b 16; im Mittel- alter und später: „propria constitutiva" und consecutiva"). E. ist das, einer bestimmten Art von Dingen zukommt (vgl. „quod alicui speciei vgl. Attribut). Nach CHR. WOLFF ist E. dasjenige, seinen Grund im Wesen der Sache hat, oder ihr (Von den Kräften d. Verstandes, K. I, § 6; § 66). — HERBART findet
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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