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Handwörterbuch der Philosophie
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Eindeutigkeit Einfach. lichung des Mannigfaltigen) schon eine Wirkung des Verstandes auf die Sinn- lichkeit (Krit. d. rein. Vern., S. 673). Sie ist eine „apriorische Bedingung der Möglichkeit aller Zusammensetzung des Mannigfaltigen in einer Erkenntnis", vermittelst ihrer wird das Mannigfaltige der Anschauung mit der Bedingung der Einheit der reinen „Apperzeption" (s. d.) in Verbindung gebracht, und so entstehen erst Gegenstände der Erfahrung für uns (1. c. S. 128 Die „Syn- thesis der produktiven Einbildungskraft" verknüpft unmittelbar das Anschau- liche gemäß den Formen des Verstandes, und zwar [in apriorischer und dabei objektiver, allgemeingültiger Weise. Nur vermittelst dieser „transzendentalen Funktion" der E. ist die Assoziation (s. d.) der Erscheinungen und die Er- fahrung selbst möglich, weil es ohne sie keine Gegenstände geben würde. Auf die „sukzessive Synthesis" der produktiven. E. in der Erzeugung von Gestalten gründet die Geometrie mit ihren Axiomen (vgl. Synthese, Einheit). — FICHTE leitet aus der produktiven E., welche unbewußt tätig ist, die An- schauung und deren objektiven Inhalt (Gr. d. ges. Wissenschaftslehre, S. 415). Die Bedeutung der E. für die Erkenntnis betonen auch HUME (S. Kausalität, Substanz), MAIMON (S. Idee), VAIHINGER Fiktion) u. a. Vgl. Phantasie. Eindeutigkeit ist die feste Bestimmtheit eines Vorgangs, der und dessen Abhängigkeit von anderen genau festgelegt ist. Dieses „Gesetz der E." will PETZOLDT (ähnlich wie MACH U. a.) an die Stelle des Kausalprinzips setzen in d. Philos. d. reinen Erfahrung, 1900, I, 39; Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos. Bd. 19). Vgl. NATORP, Die log. Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910 (s. Raum); DRIESCH, Grdnungslehre, 1912. VgL Kau- salität, Eindruck, Empfindung (MÜNSTERBERG), Wille. Eindruck s. Impression. — Eindrucksmethoden (Reizmethoden) sind jene psychologischen Methoden, bei welchen möglichst eindeutige Ver- änderungen des psychischen Zustandes durch Reize hervorgerufen werden. Sie bestehen in: a) des Reizes (Variationsmethode); b) Zerlegung einer komplexen Reizeinwirkung in Bestandteile; c) Verbindung einfacher Reize (WUNDT, Grdz. d. phys. Psychol. 1908, 28 ff.). Einfach (simplex) ist, was keine Zusammensetzung aufweist, was keine Teile hat, sich nicht teilen läßt, auch das Nichtkomplizierte. Relativ einfach ist, was wir nicht weiter teilen können oder als unteilbar ansetzen (z. B. das Atom bzw. das „Elektron" u. Absolut einfach ist der mathematische Punkt. Das Ich (s. d.) ist „einfach", sofern es zwar eine Mannigfaltigkeit von Zuständen umspannt, aber doch formal (als Einheitsform des Bewußtseins) nicht in „Teile" zerlegbar ist; daraus folgt aber noch nicht die einer un- teilbaren substanziellen Seele (s. d.). Die Einfachheit wird oft als Merkmal einer guten Hypothese (s. d.) angesehen (vgl. Ökonomie des Denkens). Erörtert wird das Einfache in der Scholastik (Unterscheidung von ab- soluter und relativer, logischer, physischer, metaphysischer E.), bei LEIBNIZ (S. Monade), bei CHR. WOLFF § 673 ff.) u. a. Nach KANT ist das Einfache in der Erfahrung nicht gegeben, es ist für uns ein „bloß negativer Begriff", der das „Unbedingte zu allem Zusammengesetzten" enthält (Über e. Entdeck , Kleine Schriften zur Logik u. Metaphys. 29). Vgl. FECHNER, Elemente d. Psychophys., 1889, II, 526; WUNDT, System d. Philos. I», 1903; Logik S. 342 ff. — Vgl. Teilbarkeit, Element, Atom, Ökonomie.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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