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Handwörterbuch der Philosophie
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Empfindung. 165 Funktionen sie auftreten; objektiv, an sich kann nie die E., sondern nur das- jenige, was eine E. auszulösen imstande ist, existieren — ein Umstand, den der „Empfindungsmonismus" (s. verkennt. Der Begriff „E." hat nur Sinn, in bezug auf den Begriff des empfindenden („in sich findenden") Subjekts. Die E. ist etwas nicht Beschreibbares und nicht weiter Ableitbares, sie kann nicht, wie eine Richtung des Materialismus (s. d.) meint, aus der Bewegung entstehen, sondern ein Zustand, dem eine Bewegung parallel geht oder der als Gehirnbewegung sich äußerlich erscheint (vgl. Identitätstheorie, Die Empfindungen sind Elemente von Wahrnehmungen (s. d.) und haben einen „Gefühlston" (s. d.), auch eine zeitliche Dauer. Die Stärke der E. ist meßbar (s. Psychophysik). — KÜLPE (Gr. der Psychol., 1893), DYROFF u. a. unterscheiden peripherisch und zentral erregte SEMON spricht von „mnemischen" (reproduzierten) Empfindungen (s. Gedächtnis). Der Sensualismus (s. d.) leitet alle Erkenntnis aus der E. ab. Die E. wird zunächst durch „Ausflüsse" erklärt, welche von den Dingen ausgehen, in die Poren der Sinnesorgane eindringen und sich mit den von diesen ausgehenden Ausflüssen begegnen, wobei durch empfunden wird xov xcp So lehrt (wie z. T. von Kroton) (vgl. ARISTOTELES, De sens. 2, 438a 4; De anima Nach wird durch das Ungleiche in uns empfunden. DEMOKRIT erklärt die E. aus „Bilderchen" welche als (Atomkomplexe) sich von der Oberfläche der Körper loslösen und in der Seele (s. d.) die Emp- findung auslösen (Diog. Laert. IX, 44 PROTAGORAS leitet die E. aus dem Zusammentreffen der vom Körper und vom Sinnesorgan ausgehenden Be- wegungen ab (PLATON, Theaetet 156 ff.). Nach PLATON entsteht die E. durch eine Art Erschütterung im Organismus, welche die E. in der Seele auslöst (Philebus, 34). Nach ARISTOTELES ist sie ein Zustand der mit dem Leibe verbundenen Seele, eine qualitative Veränderung, eine Verwirklichung des Potentiellen des Sinnesorgans zugleich mit der Verwirklichung des des Reizes. Die E. Wahrnehmung (s. d.) ist so die Annahme der „Form" des Gegenstandes ohne dessen Stoff, also ohne materielle Übertragung (De anima II, 12, 424 a 17 ff.). Nach den Stoikern ist die E. oder Wahrnehmung eine durch die Dinge bewirkte Veränderung in der Seele oder ein Diog. Laert. VII, 45 ff.), während die Epikureer wieder die Bilderchen-Theorie aufnehmen (Diog. Laert. X, 31, De natura 720 Nach PLOTIN ist die E. •ein innerlicher Vor- gang in der Seele ohne „Abdruck" u. (Enneaden III, 61; IV, 4—6). Nach AUGUSTINUS ist in der E. die Seele selbst tätig (De VI, 5). Bei den Scholastikern herrscht meist die (z.Teil unter dem der „Bilderchen"- Lehre modifizierte) aristotelische Theorie. Durch die Dinge werden in uns „species (s. d.), erregt, d. h. die Seele wird so geformt, disponiert, daß sie vermittelst dieser Formen die Qualitäten der Dinge manch- mal (z. B. bei HEINRICH VON GENT U. a.) werden diese „species" auch als immaterielle „Bilder" aufgefaßt, die von den Körpern ausgehen und durch die Luft in die Sinnesorgane eindringen (vgl. Wahrnehmung). Nach WILHELM VON OCCAM sind die Empfindungen subjektive Zeichen der dinglichen Eigen- schaften (vgl. Qualität). Auf die Erregung der Seele durch Bewegungen, welche auf dem Wege der Nerven und vermittelst der (materiellen) „Lebensgeister" (s. d.) zu ihr gelangen,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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