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Handwörterbuch der Philosophie
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166 Empfindung. führt die E. DESCARTES zurück (Princip. philos. IV, 189 ff.); ähnlich lehrt MALEBRANCHE (Recherche de la III, 2, 2; I, 12; vgl. Ideen). Als Reaktion des Sinnesorgans auf die erlittene Einwirkung bestimmt die E. HOBBES (Leviathan 1; philos. de corpore, 25, 2). Nach LOCKE wird sie durch Druck und Stoß auf die Sinnesorgane ausgelöst, als subjektiver Zu- stand der Seele, welchem direkt oder indirekt etwas in den Dingen entspricht (Essay concern. human understand. II, K. vgl. Qualität;. lehren HARTLEY, PRIESTLEY, HUME (vgl. Impression), U. a., auch CONDILLAC, nach welchem die Seele selbst bei Gelegenheit der Organerregung empfindet (vgl. Sensualismus), HOLBACH (Syst. de la nature I, K. 8), BONNET, LAMETTRIE U. a. Nach LEIBNIZ ist die E. eine „verworrene" Perzeption, ein aus der Seele selbst bei Gelegenheit eines äußeren Reizes entspringender Zustand 13 f., 25). Nach CHR. WOLFF „empfinden" wir etwas, „wenn wir uns des- selben als uns gegenwärtig bewußt sind" Gedanken von d. Kräften d. Verstandes, K. I, § 1); die E. sind „Gedanken von uns gegen- wärtigen Dingen" und sind (wie nach LEIBNIZ) verworrene Vorstellungen des Zusammengesetzten im Einfachen (Psychol. rational. § 83, vgl. § 62). Unter „Empfindung" versteht SULZER eine verworrene Vorstellung des eigenen Zustandes; so auch MENDELSSOHN U. a. (vgl. Gefühl). TETENS unterscheidet von „Empfindnis" (Gefühl) die „Empfindung" (Philos. Versuche, 1766/67, I, 139, 214 ff.); sie ist eine durch das Objekt veranlaßte „Modifikation der Seele" (I, 166). KANT führt die Empfindungen, welche den „Stoff" (s. d.) der Erkenntnis bilden, auf eine „Affektion" des Subjekts durch die Dinge zurück. E. ist „die Wirkung eines Gegenstandes auf die Vorstellungsfähigkeit, sofern wir von demselben affiziert werden". Sie ist eine des Zustandes des Subjekts und setzt die wirkliche Gegenwart des Gegenstandes voraus, auf den sie sich bezieht (Krit. d. rein. Vern., S. 48, 76, 278; Krit. d. Urteilskraft, § 3; vgl. Gefühl). In idealistischer Weise leitet FICHTE die E. aus einer Begrenzung der Tätigkeit des Ich ab, dessen Produkt die E. ist (Gr. d. ges. lehre, S. 439 ff.). — Nach HEGEL ist die E. ein „In sich finden", die „Form des dumpfen Strebens des Geistes in seiner bewußt- und verstandslosen Indi- vidualität, in der alle Bestimmtheit noch unmittelbar ist" (Enzyklop. § 400 f.). — Daß der E. schon eine (strebende) Betätigung der Seele zugrundeliegt, be- tonen SCHLEIERMACHER, BENEKE (Logik 1833, II, 24 ff.), FORTLAGE, J. H. FICHTE U. a. Nach E. v. HARTMANN ist die E. ein „Produkt aktiver syn- thetischer eine Synthese aus nicht bewußten Gefühlen der (Kategorienlehre, 1896, S. Moderne Psychol. 1901, S. 195 f.). Einen Akt des Urteilens enthält die E. nach RIEHL (Der philos. Kritizismus, 1908, II 1, 34 ff.). Als ein primäres, primitives „Denken" faßt die E. B. KERN auf (Das 1911). COHEN betrachtet sie als etwas, was erst durch das Denken seine Rechtfertigung erhält; sie hat keine Selbständigkeit, sie be- zeichnet nur „einen dunklen Drang"; wohin sie zielt, das kann erst das Denken beleuchten, welches sie durch das „Infinitesimale" (s. d.) objektiviert (Logik, 1902, S. vgl. Realität). Als bloße Zeichen für die äußeren Objekte fassen die E. auf HERBART, LOTZE, F. A. LANGE, HELMHOLTZ (Vorträge u. Reden 5. A. 1903), welcher „Modalität" und „Qualität" (s.d.) JODL, RIEHL
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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