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Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 173 -
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Energie. 173 moderne Physik, 1902, S. 76 ff.), v. SCHNEHEN (Energetische Weltanschauung? 1908), STÖHR, E. BECHER, RIEHL (Zur Einführung in die Philos., 1903, 148), WUNDT (Grundz. der phys. Psychol. IIP, 1903, ff.; System d. Philos. II8, 1907; vgl. Logik I8, nach ihm bezieht sich das Erhaltungsprinzip nur auf quantitative Beziehungen, während im Psychischen qualitativ ein Prinzip des (intensiven und extensiven) „Wachstums geistiger Werte" (s. d.) besteht. L. GILBERT definiert die Energetik als „Lehre von der bewegten Materie". Alles „Weltwirken" stellt sich den Sinnen als bewegte Materie dar. Energie ist „jedes Stück Materie (Körper) in Hinsicht auf seine Bewegung oder Bewegungsfähigkeit". Es gibt nur eine E., die Materie (s. d.), bzw. ist es die Energie, was man stets Materie nannte. Die Materie ist E., sofern sie Raum- und Wegbehauptung ist. Jeder Körper ist zugleich Innen- (potentielle) und Außen- (kinetische) Energie. „Energon" oder E. im engeren Sinne ist die bloße, latente Arbeitsfähigkeit (Gleichgewicht; Neue Energetik, 1911, S. 23 ff.). Die ist eine „unendliche Arbeitskette", sie ist nicht Substanz, sondern (s. Arbeit). Jeder Energiewert stellt ein Gleichgewicht, Arbeit eine Störung dar. der Natur gibt es eigentlich nur Störungen, nur Arbeiten. Alles „erhält" sich, rein theoretisch, mathematisch, als feste Beziehung, die Arbeitsprozesse selbst aber stellen die „Nichterhaltung", die rastlosen Über- gänge der Gleichgewichte in andere dar (1. c. S. 110 ff.). — Nach J. SCHLE- SINGER sind die Energien etwas Substantielles, was in seiner Verdichtung die Erscheinung der Materie ergibt (Energismus, 1901). — Vgl. DRIESCH, Der Vitalismus, 1905, S. ff.; LIPPS, Naturwiss. und Weltansch., 1907, S. 109; REINKE, Einleit. in d. theoret. Biologie, 1901, S. K. Die philos. Voraussetz. d. Energetik, 1901; ATWATER, Ergebnisse d. Physio- logie, 1904; M. PLANCK, Das Prinzip d. Erhaltung 1908; K. HAAS, Die Entwicklungsgeschichte des Satzes von der Erhaltung der Kraft, H. HERZ, E. u. seelische Richtkräfte, 1909; FR. LIEDES, Die psychische E. und ihr Umsatz, 1910; JOEL, Seele u. 1912: B. KERN, Weltanschauung u. Welt- erkenntnis, 1911; Notes sur les formules d'introduction ä physico- et Esquisse Sociologie, 1906; DRIESCH, Ordnungslehre, 1912. — Vgl. Materie, Kraft, Mechanistisch, Psy- chisch, Wechselwirkung Dynamogen, Spiel, Organismus, Gott (ARISTOTELES, L. STEIN), Entropie, Dominanten, Entelechie, Monismus. Energie, psychische, s. Psychisch. Energie (Sinnesenergie), ist die eigentümliche Reaktions- weise, vermöge deren verschiedenartige Reize in einem und demselben Sinnes- organ dieselben Empfindungen und anderseits die gleichen Reize in verschie- denen Sinnesorganen verschiedene Empfindungen hervorrufen können. Diese Erscheinung beruht auf einer Anpassung der Sinnesorgane an bestimmte („adäquate") physikalisch-chemische Reize, wobei auch heterogene Reize in ihnen Reize auslösen, denen stets die gleiche Art der Empfindung zu- geordnet ist. — Eine spezifische, von den der Außenwelt unabhängige, rein subjektive, ursprüngliche, „eingeborene", Energie der Sinnesnerven besteht nicht, wie dies gegen JOH. MÜLLER (Handbuch d. Physiologie der 1837; Zur vergleichenden Physiol. des Gesichtssinnes, 1826) HELMHOLTZ (Vor- träge und Reden I4, 88 ff.), SPENCER, JODL, RIEHL, HAECKEL U. a.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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