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Handwörterbuch der Philosophie
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180 Entwicklung. ewiger, streng gesetzlicher (System of synthetic Philosophy, 1862 ff., deutsch 1882 ff.). Evolutionistisch ist auch die Philosophie E. HAECKELS, der einen gemäßigten Darwinismus (mit Berücksichtigung des Milieu, der Übung usw.) vertritt (Die heutige Entwicklungslehre, 1878; Gesammelte populäre Vorträge aus dem Gebiete der Entwicklungsgeschichte2, 1902; Der Kampf um den Ent- wicklungsgedanken, Das von Darwin und Lamarck, 1909; Welträtsel, 1899; Die Lebenswunder, 1904). Den „Neodarwinismus", der die „Allmacht der Selektion" betont, vertritt besonders A. WEISMANN. Die Selektion ist eine „Selbstregulierung der Art im Sinne ihrer Erhaltung". Nur das möglichst Beste erhält sich. Das Selektionsprinzip zwar nicht die primären Veränderungen, wohl aber bestimmt es die Entwicklungsbahnen, welche diese einschlagen, von Anfang bis Ende". Funktionelle Übungsresultate werden nicht vererbt; die Variation erfolgt nur im Keimplasma (s. Vererbung), welches vom und den Ver- änderungen des Organismus nicht beeinflußt wird (Die Berechtigung der Dar- winschen Theorie, 1876; Vorträge über Deszendenztheorie, 1902 f.; Die Selektionstheorie, 1909). Der „Weismannismus" hat viele Anhänger, besonders in der Sozialbiologie (s. Soziologie). Bekämpft wird er hier besonders durch R. GOLDSCHEID, der einen „aktivistischen Evolutionismus" vertritt und die aktive Anpassung (besonders des Milieu an den Menschen und seine Zwecke) betont. Er bekämpft den „Malthusianismus im Darwinismus", den einseitigen „Selektionismus", betrachtet als Entwicklungsfaktoren in erster Linie das Zu- sammenwirken von Milieu und organischer Reaktion und erklärt, die mensch- liche „Art der Erhaltung" da scharfe hier unökonomisch ist, die Verbesserung des Nachwuchses durch Verbesserung der Lebensbedingungen, durch volle Erhaltung und Steigerung menschlich-organischer Energien. Die Fruchtbarkeit ist schon (wie nach SPENCER) eine erscheinung (Entwicklungswerttheorie, 1908; Darwin als unserer modernen Kultur, 1909; Höherentwicklung u. Menschenökonomie I, 1911; vgl. Ökonomie, Wert). Eine „Mutationstheorie" („Artensprunglehre"; vgl. schon DARWIN, KÖL- GALTON U. a.) stellt H. DE auf. Es gibt (besonders bei Pflanzen) plötzliche, spontane „Mutationen" (sprunghafte Variationen), die periodisch nach Zeiten der Konstanz auftreten und mit welchen, da sie sich vererben, neue Arten plötzlich gegeben sind, wobei die Selektion nur das Un- zweckmäßige ausmerzt (Die f.; Arten u. Varietäten, 1906; Die Mutationen, 1906). Die Lehre von der „Orthogenesis" stellt EIMER auf, nach welchem die E. eine innere Tendenz nach einer bestimmten Richtung hat. Diese „bestimmt gerichtete Entwicklung" (Orthogenesis) ist ein Ausdruck des durch das Milieu bedingten organischen Wachstums des Plasma und die wesentüchste Ursache der Transmutation; ihre stellenweise Unterbrechung („Genepistase") ist die hauptsächlichste Ursache der Trennung der Organismen- kette in Arten (Entstehung der Arten, 1888 f.; vgl. K. LAMPERT, Die Abstam- mungslehre Univ.-BibL, S. 173). Einen welcher die funktionelle Übung, die aktive Anpassung, die Bedeutung des Gebrauchs und Nichtgebrauchs der Organe, die direkte Vererbung erworbener Eigenschaften betont, wobei viele auch die Rolle psychischer Faktoren (Bedürfnis, Empfindung, Streben) hervorheben, vertreten
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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