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Handwörterbuch der Philosophie
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194 Erkenntnis. E. möglich als „lediglich von Gegenständen möglicher Erfahrung". E. ist nur möglich, weil die Objekte der Erfahrung sich nach der Gesetzlichkeit Bewußtseins richten, weil diese selbst dis „Gründe der Möglichkeit aller Er- fahrung überhaupt" Die Einheit der transzendentalen Apperzeption (s. d.) ist die oberste Bedingung aller Erkenntnis. Etwas wird erkannt, wenn ein Mannigfaltiges von Inhalten zu allgemeingültiger, fester, objektiver Einheit knüpft ist, nach einer Regel, welche die Zusammengehörigkeit von inhalten vorschreibt. Erkenntnis besteht in der „bestimmten Beziehung Vorstellungen auf ein Objekt" und „Objekt" ist eben das, „in dessen Begriff das Mannigfaltige einer gegebenen Anschauung vereinigt ist". Diese Vereinigung hat zur Voraussetzung die „transzendentale", „synthetische" Ein- heit der Apperzeption, welche aus Erscheinungen einen gesetzlich notwendigen Zusammenhang macht. E. ist ein Urteil, dem ein korrespondierender Gegen- stand in der Erfahrung gegeben werden kann und reicht so weit, als mögliche Erfahrung reicht, die auch das „Innere" der Natur, das begrifflich bare der Dinge (als „Erscheinungen") erfaßt, aber nie abgeschlossen ist (Krit. d. reinen Vernunft, S. 23, 99 ff.). Die „subjektiven Gesetze, unter denen allein eine Erfahrungserkenntnis von Dingen möglich ist, gelten auch von diesen Dingen, als Gegenständen einer möglichen Erfahrung" (Prolegomena,. § 17). Von den Dingen an sich haben wir keinerlei (auch keine „verworrene") (gegen Leibniz u. a.). — Ähnlich lehren REINHOLD, KRUG, FRIES Kritik d. Vernunft, 2. A. 1828—31) u. a. Auf Kant auch SCHOPEN- HAUER, F. A. LANGE, nach welchem die E. von unserer „psychologischen Organisation" abhängig ist (Geschichte des Materialismus 36 ff.) u. a. Ferner die „Neukantianer" LIEBMANN, STADLER, LASSWITZ, B. BAUCH, E. F. MEDICUS, NATORP, nach welchem die E. die „Ordnung der Erscheinungen unter Gesetzen", eine immer weitergehende Synthese ist (Die log. Grundlagen exakten Wissenschaften, 1910; Philosophie, 1912), W. KINKEL (Beitr. zur Erkennt- nistheor., 1900), CASSIRER (Substanzbegriff u. Funktionsbegriff, 1910; Der krit.. Idealismus, 1906), GÖRLAND U. a. Nach COHEN erzeugt das reine Denken die methodisch durch seine Grundlegungen in den Grundformen des Urteils (s. d.). „Nur das Denken kann erzeugen, was als Sein (s. d.) gelten darf", in ihm hat das Sein und die E. den „Ursprung" (Logik, 1902, S. 1 ff.; vgL Idealismus, Objekt). Aus dem reinen Denken leiten schon früher die E. S. MAIMON, FICHTE (aus „Tathandlungen" des Ich), HEGEL (Enzyklop. § 445; vgl. Dialektik) u. a. — Auf dem Boden des Kritizismus, aber mit Betonung des Willens (zur Wahrheit) als Grundlage der E., 1907, S. 322), MÜNSTERBERG, nach welchem der Wille erst Erkenntnisobjekte schafft (Grdz. d. Psychol., 1900, S. 52, 56; Philos. der 1908, S. 31, s. Objekt), J. ROYCE, RICKERT, nach welchem das ein Werten ist (D. Gegenstand d. Erk.2, 1904, S. 103 ff.), LASK; vgl. J. COHN (Voraussetzungen u. Ziele d. Erkennens, 1909). Kritizistisch bestimmen den kenntnisbegriff ferner F. J. SCHMIDT (Grundz. d. konstit. Erfahrungsphilos., 1906, S. 105 ff.), EUCKEN (S. Aktivismus), B. KERN (Das Erkenntnisproblem2, GREEN, BRADLEY, RENOUVIER, LACHELIER U. a., auch LIPPS, nach welchem E. die „Verwandlung eines unmittelbar gegebenen Zusammenhanges in einen Zusammenhang" ist (Gr. d. Logik, 1893, S. 3; Leitfaden Psychol., 1906, S. 177 ff.), SIMMEL d. Philos., 1911, S. REININGER (Philos. d. Erkennens 1911) u. a., ferner HUSSERL, nach welchem
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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