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Handwörterbuch der Philosophie
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Ethik. 207 mündet aber schließlich leicht in eine solche; auch ist ja die Lebens- der Weltanschauung — bewußt oder unbewußt — mehr oder weniger Alle E. muß neben dem rein individuellen auch das soziale des Sittlichen berücksichtigen, doch gibt es auch eine besondere (s. d.), eine „E. des Gesamtwillens" (Goldscheid). Die E. fragt nach dem Ursprung des Sittlichen (autoritative, mistische E.), nach den Quellen desselben (Ethischer Apriorismus, Intuitionis- mus, Empirismus, Evolutionismus), nach den Motiven des Sittlichen (Reflexions-,. Gefühlsmoral), nach dessen Zweck (Eudämonismus, Hedonismus, Utilitarismus, Perfektionismus, Energetismus, ethischer Formalismus und Idealismus),, nach dessen Objekt (Individualismus, nach dessen Kriterium (Erfolgs-, Absichts-, Gesinnungsmoral). Über Richtungen und über das Materiale der E. überhaupt s. besonders lichkeit. Der Methode und Aufgabe nach gibt es eine empirisch-positive, genetische, spekulativ-deduktive, kritische, normative E., E. als schaft (s. als Kunstlehre, Diätetik (PAULSEN) U. Erörterungen ethischer Art finden sich schon in der Philosophie, dann bei PLATON (S. Sittlichkeit), aber erst ARISTOTELES eine Ethik als besondere Disziplin auf psychologischer Basis, als Teil der Philosophie" und mit einer praktischen Tendenz, um zum Guten anzuleiten Eth. 26 ff.); sie ist Güter- und Tugendlehre. Die E. der ist Güter-, Tugend- und (Diog. Laert. VII, 84); sie steht im der Philosophie. So auch dieE. der Epikureer (vgl. Diog. Laert. X, 30). — Bei den Scholastikern (vgl. ABAELARD, Scito te hrsg. 1721) bildet die meist einen Teil „philosophia practica", etwa als ethica" (THOMAS U. a.) Eine E. (Ethicae doctrinae elementa, 1530; Philosophiae moralis epitome, 1537) verfaßt THON. Unter „Ethica" versteht man ferner teils die gesamte praktische* Philosophie, teils die Lehre vom höchsten Gute und von der Tugend (vgl. Micraelius, Lex. philos. 1653, Sp. 470). Bei GEULINCX ist sie oeavxov sive Ethica, 1675), während SPINOZAS „Ethica, ordine geo- metrica demonstrata" (hrsg. 1677) die theoretische und praktische Philosophie- umfaßt. Nach HOBBES ist die E. die Lehre von dem, was für die Erhaltung Menschheit gut und schlecht ist (Leviathan, K. 15). Für demonstrative strenge Wissenschaft hält die E. LOCKE; sie ist die Wissenschaft, welche Regeln und den Anhalt für die menschlichen Handlungen, die zur seligkeit führen, sowie die Mittel, sie zu erlangen, aufsucht (Essay hum. unterstand. K. 3, § 18; K. 21, § 3). Psychologisch begründen E. SHAFTESBURY, CUMBERLAND, HUTCHESON, HUME (Enquiry concern. the principles of 1751), A. SMITH (Theory of BENTHAM, HOLBACH, HELVETIUS, nach welchem die Ethik wie eine zu behandeln ist, u. a. Als Wissenschaft vom glückseligen Leben faßt die E. auf CHR. THO- MASIUS (Einleit. in d. Sittenlehre, Ausübung der Sittenlehre, 1696). CHR. WOLFF ist die E. ein Teil der praktischen Philosophie (s. d.); die „Ethik" oder „Sittenlehre" („philosophia moralis") ist die Lehre von der naturgemäßen Leitung des menschlichen Handelns nach vernünftigen Normen (Philos.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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