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Handwörterbuch der Philosophie
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Exakt. 213 außer der Zeit („extra ordinem temporis" (THOMAS u. a.; vgl. SUAREZ, Metaph. disputat. 50). Ewig ist das Universum als Einheit nach G. BRUNO und nach SPINOZA. Die E. der „Substanz" (s. d.) bedeutet die im Wesen derselben notwendig liegende Existenz (Eth. I, def. Auch die (s. d.) der gött- lichen Substanz sind ewig, unveränderlich wie Gott selbst (1. c. prop. XIX f.). Die höchste Erkenntnisart ist die Betrachtung der Dinge „sub specie aeterni- tatis", d. h. ohne Berücksichtigung ihrer Begrenztheit, rein nur so, wie sie aus dem Wesen Gottes, der ewigen Substanz notwendig folgen, deren Wesen selbst sie ausdrücken („Res duobus a nobis ut actuales con- cipiuntur, vel quatenus cum relatione ad et exi- stere, vel quatenus ipsas in Deo contineri et ex naturae divinae necessitate consequi concipimus", Eth. V, prop. XXIX, Die „E." einer Wahrheit (s. d.) hat nichts mit zeitlicher Dauer zu tun (1. c. I, def. Da nach KANT die Zeit (s. d.) nur eine Anschauungsform ist, so kann das „Ding an sich" nicht selbst in der Zeit sein, es muß irgendwie am ewigen, zeitlosen Sein teilhaben. Die Überzeitlichkeit des „Absoluten" betonen FICHTE, SCHOPENHAUER (S. Unsterblichkeit), SCHLEIERMACHER, CHR. KRAUSE, SCHEL- LING u. a. Nach HEGEL ist der „dialektische" Prozeß der Selbstentfaltung des Geistes ein zeitloser, ewiger. Der (objektive) „Begriff", die „Idee" (s. d.), der „Geist" (s. d.) ist zeitlos-ewig, die Zeit ist durch ihn erst gesetzt, er ist die „Macht der Zeit". „Nur das Natürliche ist darum der Zeit Untertan, in- sofern es endlich ist; das Wahre dagegen, die Idee, der Geist, ist (Enzyklop. § 258). Als zeitlose Gültigkeit bestimmen die E. WINDELBAND (Prälud.8, 1907, S. 460), NATORP U. a. Nach COHEN bedeutet die E. des Geistes den „Blickpunkt für das rastlose, Vorwärtsschreiten des reinen Willens" (Ethik, 1907, S. 388, 393). Als die „real fortschreitende ewige Zeit" faßt die E. CASPARI auf (Der Zusammenhang der Dinge, 1881, S. 170), auch NIETZSCHE („ewige Wiederkunft"), BERGSON (S. Dauer); nach J. ROYCE ist die Zeit als Ganzes die (The World and the Individual, 1900 f., S. 111 ff., 337, 357). Eine E. nur des Gewordenen, nicht a parte gibt es nach DÜHRING, RENOUVIER u. a. (vgl. Entropie, Zeit, Unendlich). Nach G. EWALD erfassen wir das Ewige „bloß in seiner Projektion auf die Zeit". Von dem Begriff zeitloser Identität gelangen wir zum Begriff der E. (Zur Analyse des UnsterblichkeitsprobL, Wiss. Beilage d. Philos. Gesellsch. in Wien, 1912, S. 108 f.). Über den Ursprung der Ewigkeitsidee vgl. LOCKE, Essay hum. understand. II, K. 14, § 31; LEIBNIZ, NOUV. Essais II, K. 14, § 27; VOLKMANN, Lehrb. d. Psychol., 1894, II4, 29; WUNDT, Logik I8, 1906, S. 476. Vgl. in der Sammlung „Welt- anschauung", 1910, den Beitrag von — Vgl. Zeit, Unendlich, Unsterb- lichkeit, Substanz, Schöpfung, Apokatastasis, Wahrheit. genau, den logischen Anforderungen vollkommen ge- nügend, methodologisch dargetan, genau und vollständig definiert, demonstriert, bewiesen. Exakt im engeren Sinne sind, außer der reinen Logik, die mathematisch, quantitativ begründeten Wissenschaften. Vgl. DÜHRING, Logik, S. RIEHL, Der philos. Kritizismus, 1876 f., S. LIEBMANN, Zur Analys. d. 1880, S. 282; WUNDT, Logik, I8, 1906, S. 476; Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910, S. 1 ff.; L. GILBERT, Fundamente des exakten Wissens I,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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