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Handwörterbuch der Philosophie
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Geist. 237 unter G. die Seele als selbstbewußtes Denkprinzip verstanden. — Von der Natur, bzw. vom Körper und der Seele unterscheidet den immateriellen, selbstbewußten „Geist" GÜNTHER (Antisavarese, 1883). Als die beiden „Pole" des „Absoluten" (s. Gott), der „Indifferenz", der betrachtet SCHELLING Geist und Natur. In allen Dingen sind Pole enthalten, nur überwiegt erst der eine, dann der andere. Der Geist ist schöpferisch, er vermag eine objektive zu schaffen (Naturphilos. 312). Kein Geist ist möglich, ohne daß eine für ihn da ist (WW. II, 222). Wie Hemsterhuis die Materie den geronnenen Geist nennt, bezeichnet sie Schelling als den erloschenen Geist (WW. III, 453). HEGEL bestimmt das Absolute selbst als „Geist", als an sich seiende, die aus und in sich ent- faltende, sich in der manifestierende Vernunft, welche sich schließlich ihrer selbst bewußt wird. „Das an- und Wesen aber, welches «ich zugleich als Bewußtsein und sich selbst vorstellt, ist der .. Der Geist ist das sich selbsttragende absolute reale Wesen" (Phänomenologie des Geistes, S. 327 ff.). Der Geist ist „in Wahrheit sein eigenes Resultat; er bringt sich selber aus den Voraussetzungen, die er sich macht, hervor". Er ist Anfang und Ziel des Werdens, die „Wahrheit" der Natur (s. d.), aus dem „Tode des Natürlichen" als subjektiver Geist hervorgehend, dann sich zum objektiven und endlich zum absoluten G. gestaltend. Der G. ist das „Beisichselbstsein" der „Idee" (s. d.), die „unendliche Subjektivität" «eine Tätigkeit ist „Hinausgehen über die Unmittelbarkeit, das Negieren der- selben und Rückkehr in sich", sein Wesen die Freiheit. Subjektiver G. ist er in seiner unmittelbaren Beziehung auf sich selbst (im Empfinden, Fühlen, Denken, Wollen der Individuen); objektiver G. ist er „in der Form der Reali- tät als einer von ihm hervorzubringenden und hervorgebrachten . . ., in welcher die Freiheit als Notwendigkeit ist" und deren Formen Recht, Moralität und Sittlichkeit sind; absoluter G. ist er in seiner „absoluten Wahrheit", als der sich als solchen wissende Geist (in Kunst, Religion und Phüosophie). In der Geschichte (s. d.) bringt der „nur erst an seiende Geist sich zum Bewußtsein und Selbstbewußtsein" und wird so zum allgemeinen „Weltgeist" (Enzyklop., § 381 ff., 483 ff., ff.; Philos. der Geschichte, S. 54 f., 119 ff.). Nach E. v. HARTMANN ist der absolute Geist das (s. d.), während nach WUNDT ein unbewußter Geist un- möglich ist. Gott (s. d.) ist Geist und zugleich übergeistig. Die Natur ist die Außenseite eines an sich geistigen Seins, das sich von den niedersten Stufen hinauf entwickelt (System d. Philos. II8, 1907; vgl. Volun- tarismus, Seele; vgl. Grdz. d. phys. Psychol., 1908, 11 ff.; Geist = „das innere Sein, wenn dabei keinerlei Zusammenhang mit einem äußern Sein in Rücksicht fällt"). EUCKEN versteht unter G. den „bei sich selbst befindlichen Lebensprozeß" und unterscheidet das „schaffende Geistesleben" vom „empi- rischen Seelenleben". Im Geistesleben erfolgt ein „Aufsteigen der Wirklichkeit zu einer innern Einheit und zu voller Selbständigkeit", es ist die „Gestaltung der Elemente aus einer umfassenden Einheit". Es besteht ein Kampf um einen geistigen Lebensinhalt, um die Erhöhung des Lebens durch Verankerung desselben in dem kosmischen, universalen, selbständigen Geitesleben, wir, uns selbsttätig aneignen müssen. Der Geist erzeugt, wenn er, in der Geschichte, zum Durchbruch gelangt, eine neue Wirklichkeitsstufe, die der Natur und dem bloß Seelischen überlegen ist. Die Entfaltung eines personalen Geisteslebens ist
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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