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Handwörterbuch der Philosophie
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Geruchsempfindungen — Gesamtgeist. 243 Als die allgemeine bestimmt die G. PLATON, der sie in die natur- gemäße Betätigung jedes Seelenteiles, auch im Staate, setzt II, 367 ff.). Nach ARISTOTELES ist sie der Inbegriff aller „ethischen" Tugenden, höchste derselben, die vollkommenste Ausübung der Tugend gegenüber anderen ngbg Eth. 5, 1130b 18 V b Im engern Sinne ist sie austeilende, distributive G. (kv nach geo- metrischem Verhältnis, und ausgleichende kv xaXg xal xoXg xal xoXg arithmetischem Verhältnis (Eth. V 5, 1130 b 31; V 6, 1131 b 25; V 7, 1132 a 1). Später wird die G. ge- wöhnlich als die definiert, welche „jedem das Seine" zukommen läßt („virtus — qua ius CHR. WOLFF, Eth. II, § 576). Nach SPENCER lautet die Formel der G.: „Es steht jedermann frei, zu tun, was er will, soweit er nicht die gleiche Freiheit jedes andern beeinträchtigt" (Princ. of Ethics, 1888 ff., II, § 27). Nach PAULSEN ist G. die „Willensrich- tung und Verhaltungsweise, die vor störenden Übergriffen in das Leben die Interessenkreise anderer selber sich hütet und auch ihre andere nach Möglichkeit hindert" (System d. Ethik, II6, 128). Nach R. STAMM- LER ist sie „der feste des Gesetzgebers, seine empirisch bedingten Regeln unter dem obersten Zielpunkte des sozialen Lebens, der frei wollender Menschen zu setzen" (Wirtschaft u. Recht, 1896, S. 601). VgL NATORP, Sozialpädagogik, 1904, S. 212 f.; GOLDSCHEID, Entwicklungswerttheorie, 1908, S. 168 (Begriff der „epigenetischen" G.); WUNDT, 1892, S. 582 f.; 4. A. 1912; B. STERN, Archiv f. Philos., X, ff.; Zur Erkenntnis der Idee der G., 1904. — Vgl. Rechtsphilosophie. entstehen durch der Riechnerven in den Riechzellen der Nasenschleimhäute; diese Reizung geht von förmigen Teilchen der riechenden Stoffe aus, nach denen die Gerüche benannt werden. Die G. treten in den verschiedensten Qualitäten und Intensitäten auf; Gerüche mischen sich miteinander zu qualitativ neuen Gerüchen, ferner ver- sich Geruchsempfindungen mit und Hautempfindungen zu Gesamteindrücken. Die Beziehungen der G. zu den Reizen sind noch eindeutig festgestellt. Der Geruchssinn gehört zu den chemischen Sinnen. Nach der Qualität man öfter ätherische, aromatische, balsamische, Amber-Moschusgerüche, lauchartige, Bocks-, widerliche, ekelhafte Gerüche. Gerüche können einander kompensieren. Der Geruchssinn hat, be- sonders bei den Tieren, große biologische Bedeutung, Vgl. Physiologie des Geruchs, 1895; GIESSLER, Wegweiser zu einer Psychol. des Geruchs, 1894; WUNDT, Grdz. d. physiol. Psychol., 1903, II«, ff.; Grundr. d. Psychol.5, 1902, S. ff.; NAGEL, Vergleichende physiol. u. Unter- über den Geruchs- u. Geschmackssinn, 1894; G. Die Entdeckung der Seele, 1879. Vgl. Gesamtgeist ist weder die bloße Summe der Individuen ein be- sonderes Wesen außer ihnen, sondern die durch die Wechselwirkung und den einheitlichen Zusammenhang der einzelnen menschlichen Geister zustande- kommende geistige Einheit, welche einerseits in den Individuen selbst wirksam ist, anderseits aber durch ihre Normen, objektiven Gebilde und Institutionen dem Einzelnen als selbständige Macht entgegentritt und die Einzelnen von Anfang an beeinflußt. In der Wissenschaft, im Recht, in der Sittlichkeit, 16*
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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