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Handwörterbuch der Philosophie
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Geschichtsphilosophie. PRECHTS, 1912; vgl. Vierteljahrsschr. für wissensch. Philos., 1912; DRIESCH, Ord- nungslehre, 1912; FRISCHEISEN-KÖHLER, Wissenschaft u. Wirklichkeit, 1912 (Das historische Denken ist geht von „historischen Prinzipalbe- aus und wählt das aus, was zur Erklärung gewisser Endzustände, Wirkungszusammenhänge, dienen kann; die Wertbeziehung ist kein leitendes Prinzip); W. SULZBACH, Die Anfänge der materialist. Geschichtsauffassung, Vgl. Geschichtsphilosophie, Soziologie, Zufall, Heterogonie, Zweck, Idee, Kultur, Wert, Philosophie, Wissenschaft. Geschichtsphilosophie („Philosophie der Geschichte"; de zuerst bei VOLTAIRE) ist die Wissenschaft von den formalen und materialen Prinzipien der Geschichte (s. d.), von den Voraussetzungen und logischen Bedingungen der Geschichtswissenschaft als Methodologie, Logik und Erkenntnistheorie der Geschichte, sowie die Lehre vom Wesen, den Faktoren, Tendenzen, der Richtung, den Zielen, vom „Sinn" der Geschichte. Auf Grundlage des Materials der historischen Wissenschaft sucht die G. eine Ge- samtanschauung der historischen Entwicklung zu gewinnen, die innersten Triebkräfte und die tiefere Bedeutung derselben zu erfassen und die G. der allgemeinen Weltanschauung einzuordnen. Zuerst tritt die G. in Form auf, indem sie die Verwirk- lichung des Reiches Gottes auf Erden als Ziel der Geschichte auffaßt. So stellt AUGUSTINUS den Gottesstaat über den irdischen Staat und unterscheidet drei große historische Perioden: die Zeit des gesetzlosen, des gesetzlichen, des gnadenvollen Lebens (De civitate Dei Die göttliche Leitung des Menschengeschlechts in der Geschichte betont BOSSUET (Discours sur Phistoire universelle, 1682). In anderer Weise auch LESSING, nach welchem die G. eine Erziehung des Menschengeschlechts durch Gott ist; die Zeit der Vollendung wird da sein, wenn der Mensch das Gute um seiner selbst willen tun wird (Die Erziehung des Menschengeschlechts, 1780). Nach F. SCHLEGEL ist die Geschichte eine „göttliche Epopöe" (Athenaeum 91; Vorles. über Philos. der Geschichte, 1829). Vgl. ROCHOLL, Phüos. der G., 1878; 2. A. 1911. Die Bedeutung des „Milieu" (s. d.) in der G. betont schon CHALDUN, ferner J. MONTESQUIEU, TURGOT, VOLTAIRE, von der Ausdruck „Philosophie de Phistoire" stammt (Essai sur les et Pesprit des nations, 1765), CONDORCET (Esquisse tableau historique des de Pesprit 1795). Nach ist die G. eine „Metaphysik des Menschen- geschlechts". In der Geschichte sind von Bedeutung: das Milieu, der geist, Interessen, Triebe, Ideen (Principij di una scienza nuova commune natura nazioni, 1725; deutsch 1822). Die psychischen Trieb- kräfte der Geschichte berücksichtigen J. ISELIN (Geschichte der Menschheit, 1791), J. WEGELIN (Sur la philos. de Phistoire, 1770—74; Histoire universelle, 1776; Briefe über den Wert der Geschichte, 1783) u. a. Nach HERDER ist die ganze Menschengeschichte „eine reine Naturgeschichte menschlicher Kräfte, Handlungen und Triebe nach Ort und Zeit". In der G. herrscht Gesetzlich- keit des Fortschrittes und dieser zielt auf die Herrschaft von Vernunft und Liebe, auf „Humanität" (Ideen zur Philos. d. Geschichte der Menschheit, 1784 ff.). Ähnlich lehrt W. VON HUMBOLDT (Gesammelte Schriften, 1903 ff.; vgl. Spranger, W. von H. u. die Humanitätsidee, 1909). Nach KANT hat die Geschichte einen „regelmäßigen Gang" im Großen, eine Richtung auf
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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