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Handwörterbuch der Philosophie
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Geschichtsphilosophie. 247 fortschreitende Kultivierung und Sozialisierung der Menschheit, deren Anlagen sich immer vollständiger und zweckmäßiger entwickeln. Das Mittel zu dieser Entwicklung ist der „Antagonismus" in der Gesellschaft, d. h. „die sellige Geselligkeit der Menschen", welche den Menschen zur Kultur treibt. Da die menschlichen Anlagen nur in der Gesellschaft voll entwick- lungsfähig sind, so ist eine „vollkommen gerechte bürgerliche Verfassung", eine vollkommene Gesellschaftsordnung, eine innere Gemeinschaft das Ziel, dem sich die Menschheit immer mehr nähert. Das Ideal ist hier ein Zustand des „ewigen Friedens", gegeben durch einen Völkerbund, der alle Kriege, alle ausschließt, so daß überall das Recht herrscht (Idee zu einer allge- meinen Geschichte in Absicht, 1784; Rezension von Herders Ideen zur Philos. d. Gesch., Zum ewigen Frieden, vgl. P. MENZER, Kants Lehre von der Entwicklung in Natur u. Geschichte, 1911). — Vgl. FESTER, Rousseau u. die deutsche G., 1890. Die Reihe der spekulativen, idealistischen Geschichtsphilosophen eröffnet FICHTE. In der Geschichte wirkt die Vernunft erst als Instinkt (Stand der Unschuld), dann als Autorität, gegen die Aufklärung sich auflehnt, bis die Zeit der freien, aktiven, vernünftig-sittlichen Gestaltung kommt, mit dem Endzustand der „vollendeten Rechtfertigung und Heiligung" (Grund- züge des gegenwärtigen Zeitalters, 1806). Nach SCHELLING besteht in der Ge- schichte ein Kampf zwischen Notwendigkeit und Freiheit; letztere kann nur in der Bindung wertvoll sein. Die G. ist eine „fortgehende allmählich sich Offenbarung des Absoluten", wobei das Absolute erst als Schick- sal, als Naturgesetz, endlich als Vorsehung auftritt und Gott erst in der letzten Periode sein, herrschen wird (System d. transzendental. Idealismus, ff.; Vorlesungen über d. Methode d. Studiums8, S. 153 f.). Nach HEGEL ist die „Philos. der Geschichte" die „denkende Betrachtung" der Die Weltgeschichte ist der „vernünftige, notwendige Gang des Weltgeistes". Die einzelnen Momente der historischen Entwicklung sind die Völkergeister, deren jeder seine Mission hat und dann von anderen abgelöst wird, so daß (wie nach SCHILLER) die Weltgeschichte das „Weltgericht" ist. Der Sinn der ist der „Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit" bis zu völliger Selbstbe- wußtheit des Geistes und seiner Freiheit. Es ist die „List der Vernunft", die und Leidenschaften der Individuen für sich arbeiten zu lassen <Philos. der Geschichte, WW. IX, auch in der Univ.-BibL; Enzyklop. § Vgl. CHR. KRAUSE, Allgemeine Lebenslehre, 1843; 2. A. 1904; APELT, Die Epochen der Geschichte d. Menschheit, 1845/46. Die Wirksamkeit von Ideen (s. d.) und geistigen, psychischen Faktoren in der G. betonen E. VON LASAULX, G. MEHRING, V. COUSIN, JOUFFROY, E. ROSMINI, LOTZE, HERMANN der G., 1870), PREGER, DROYSEN, L. V. RANKE, LAZARUS (Über die Ideen in der G.2, 1872), FRAUENSTAEDT, (Historische Briefe, A. COMTE (Cours de philos. positive 442 Intellekt als der G.; Gesetz der „drei Stadien": theologisches, metaphysisches, positives Stadium) u. a., ferner FLÜGEL, RÜMELIN, COHEN (Ethik, 1904, S. f.), SIGWART (Logik 1893, 605 ff.), HARMS, WINDELBAND, RICKERT, MÜNSTERBERG, TÖNNIES, TH. LINDNER 1904), BREYSIG, BERNHEIM (Lehrb. der histor. Methode6, 1908; Einleit. in d. Geschichtswiss., 1905), L. STEIN („Conatus der Geschichte"), WUNDT (System d. Phüos., 1908, II», 211 ff.), P. BARTH (Die
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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