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Handwörterbuch der Philosophie
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252 Gesetz. dingungen und ihren reinen Erfolgen" (Naturwissenschaft u. Weltanschauung,, 1906, S. 102 f.). Nach LIEBMANN ist die allgemeine Gesetzlichkeit des Naturgeschehens „Logik der Tatsachen", die „Vernunft im Universum" (Zur Analys. der Wirk- lichkeit2, 1880, S. vgl. COURNOT, Essai, SIGWART, Kleine Schriften, 1889, II2, 64). — Daß aus den allgemeinen Naturgesetzen noch nicht die besonderen Vorgänge folgen und daß kein Gesetz sich in einer Wirkung rein darstellt, betont WINDELBAND (Zum Begriff des Gesetzes, Be- richt über den III. Kongreß für Philos., 1909; vgl. Geschichte). Ein G. ist die „reale Abhängigkeit des Besonderen und Einzelnen von einer allgemeinen Bestimmung". Daß die Gesetze zeitlos betonen LOTZE, TEICHMÜLLER, SIMMEL (vgl. Hauptprobleme der Philos., SIEGEL U. a. — Nach WUNDT sind die Gesetze allgemeine Regeln, eine Gruppe von Gleichförmigkeiten des Seins oder Geschehens zusammenfassen (Grdz. d. phys. Psychol. IIP, 1903, S. 790; vgl. Logik II2, 1895, 132 ff.; 3. A. 1908; Philos. Studien III, XIII). Ähnlich F. EULENBURG (Naturgesetze und soziale Gesetze, Archiv f. Sozialwissensch. XXXI, 1911, auch historisch), nach welchem die reinen oder abstrakten Naturgesetze durch isolierende Abstraktion entstehen, stets für ideale Fälle gelten. Während die Vertreter des Realismus (s. d.) die Gesetze als Formen, wendigkeiten des Verhaltens der Dinge selbst betrachten (vgl. W. FREYTAG, Die Erkenntnis der Außenwelt, 1906, S. 46 ff.; V. KRAFT, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, 1911, S. 103, 189 f.), erblickt der empirische Idealismus (s. d.> und idealistische Positivismus (s. d.) in ihnen nur verallgemeinernde, verein- fachende Zusammenfassungen von Abhängigkeiten zwischen Erfahrungsinhalten (vgl. CORNELIUS, Einleit. in d. Philos., 1903, S. 267). So E. MACH, nach welchem die Natur nur einmal da ist, so daß Naturgesetze nur für uns, unsere geistigen Bedürfnisse existieren (vgl. BERGSON, Evolution 1907, S. 249 f.; PETZOLDT, Das 1912). Sie sind „Einschränkungen, die wir unter Leitung der Erfahrung der Erfahrung vorschreiben" und gelten nur hypothetisch unter gewissen Bedingungen (Erkenntnis u. Irrtum, 1906, S. ff.; Die Mechanik, S. 515 f.). Ähnlich lehren PEARSON, STALLO, NIETZ- SCHE, F. A. LANGE, VAIHINGER, nach welchem die Gesetze rein nur für kon- struierte, fingierte Idealfälle gelten. Das „Gesetz" ist nur ein druck für die Gesamtheit der Relationen unter einer Gruppe von Erschei- nungen"; es ist eine „summatorische Fiktion", kein Erklärungsmittel, nur eine „brauchbare Fiktion" (Die Philos. des Als ob, 1911, S. 419 ff.). — Gemäßigter betonen LOTZE, L. BUSSE, M. L. STERN U. a. nur, daß die Naturgesetze keine über den Dingen schwebende Mächte, sondern der Ausdruck für ein konstantes Verhalten der Dinge selbst sind. — Geradezu als Ausdruck für „Gewohnheiten" der Dinge betrachten die Gesetze JAMES (Psychol. 1909, S. 131), F. C. S. SCHILLER (Humanismus, 1911; Formal Logic, 1912), PEIRCE, N. STERN (Das Denken u. sein Gegenstand, 1908, S. 175 ff.) u. a. Die bloß approximative, annähernde Geltung der Gesetze betonen COUR- NOT, JAMES, DUHEM, OSTWALD, J. SCHULTZ, GOLDSCHEID, H. GOMPERZ („Durchschnittsregeln des stofflichen Massenverhaltens", Das Problem des freien Willens, 1907, S. 128 ff.), nach welchem in der Natur auch Zu- fälligkeit, (s. d.), nicht absolute, universale Notwendigkeit herrscht (De la contingence des de la nature4, 1902; De l'idee de naturelle,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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