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Handwörterbuch der Philosophie
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258 Gleichgewichtssinn — Gleichheit. d. h. „der Glaube an einen Gott und an eine andere ist mit moralischen Gesinnung so verwebt, daß, so wenig ich Gefahr laufe, die erstere einzubüßen, ich ebensowenig besorge, daß mir der zweite jemals entrissen werden könne" (Krit. d. rein. Vern., S. 626). „Vernunftglaube" ist ein der Vernunft entspringender Glaube (s. Postulat). Das Übersinnliche ist nicht er- kennbar, wohl aber Gegenstand eines berechtigten Glaubens (s. Wissen). Unter Glauben (belief) versteht HUME die gefühlsmäßige Überzeugung („a feeling or sentiment") von der Existenz eines Gegenstandes, eine eindringliche, energische, lebendige Art der Vorstellung, Erfassung („conception") eines Inhalts (Enquiry, sct. V; Treatise III, sct. 7); vgl. J. ST. MILL, u. a. — Eine „Glaubensphilosophie" vertritt F. H. nach welchem es- eine unmittelbare Erfassung des Übersinnlichen gibt (Werke, 1812—25, II, 109 ff.). Den „Willen zum Glauben" analysiert besonders W. JAMES. Der G. be- ruht auf einem Bedürfnis und ist richtig, wenn er es wahrhaft befriedigt (vgl. Pragmatismus). „Wir fordern eine Beschaffenheit des Universums, zu der unsere Gefühlserregungen und Betätigungstriebe passen" (Der Wille zum Glauben, 1899, S. 60 ff., 91). Der G. selbst besteht in der „Bereitwilligkeit, für eine Sache zu handeln, deren glücklicher Ausgang uns nicht im voraus garantiert wird" (1. c. S. 98). — Die Glaubenselemente der Erkenntnis betont A. FOUR (The Foundations of Beliefs, 1895; deutsch 1896). Vgl. FRIES, Wissen,. Glaube u. Ahndung, 1805; 2. A. 1905; FEUERBACH, Das Wesen des Christen- tums, K. 14; FECHNER, Die drei Motive u. Gründe des Glaubens, 1863, 2. 1910; ULRICI, Glauben u. Wissen, 1858; DORNER, Gr. d. S. 249 ff.; EBBINGHAUS, Abriß der Psychol.2, 1909; JERUSALEM, Einleit. in Philos.4, 1909; LIPPS, Leitfaden d. Psychol., 1903, S. ff.; 2. A. 1909; VAIHINGER, Die Philos. des Als ob, 1911; C. Psychol. de la croyance, 1905; J. PAYOT, De la croyance, 1896; Croyance religieuse et 1908; H. SCHOLZ, G. und Unglaube in der Weltgeschichte, F. W. FOERSTER, Autorität u. Freiheit, 1910. — Vgl. Annahme, Wissen (W. u. Glauben), Wahrheit (doppelte), Credo, Objekt, Realität, Urteil, Gottesbeweise, Religion, Kausalität. s. Statischer Sinn. Gleichheit aequalitas) ist Übereinstimmung zweier in jeder Hinsicht oder betreffs der (geometrische G.), Ersetzbarkeit des einen durch einen anderen, ihm seinen Eigenschaften und Wirkungen völlig entsprechenden, also Substituierbarkeit einer Sache, einer Größe, Operation durch eine andere ohne des Effekts. Absolut Dinge gibt es nicht, wie die und LEIBNIZ betonen (s. Identitas indis- cernibilium); aber wir können zu bestimmten Erkenntniszwecken zwei so betrachten, als ob sie völlig gleich wären, indem wir von ihren Verschieden- heiten absehen. Die G. ist ein fundamentaler Begriff (eine „Kategorie"), psychologisch aus der Vergleichung (s. d.) entspringt, welche eine Funktion der Apperzeption (s. d.) ist. Die G. ist eine Relation (s. d.), ein Verhältnis, in wir zwei Inhalte zueinandersetzen, wobei aber die vergüchenen Objekte selbst durch ihre übereinstimmenden Merkmale das „Fundament" der beziehungen abgeben. Daß Gleiches sich unter gleichen Umständen gleich hält, ist ein Grundsatz, eine Voraussetzung alles Erkennens (vgl. Induktion)..
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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