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Handwörterbuch der Philosophie
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259 Im Begriff des Naturgesetzes kommt die Erwartung der Wiederkehr gleicher (gleichartiger) Zusammenhänge zum Ausdruck. — Vgl. ARISTOTELES, Categor. 6, 6 a 26); CHR. WOLFF, Ontolog. § 439; Gedanken von Gott I, § 22 (Substituierbarkeit); DÜHRING, Natürliche Dialektik, B. ERDMANN, Logik, 1892, I, STÖHR, Leitfaden d. Logik, 1905, S. 12; OSTWALD, Vorles. über Naturphilos., S. 114, 225 (Substituierbarkeit), L. W. STERN, Person u. Sache, 1906, 359 ff.; WUNDT, Logik 1893-95, ff.; LIPPS, Ein- heiten und Relationen, 1902; F. C. S. SCHILLER, Formal Logic, 1912 (Gleich- setzung zu bestimmten Zwecken); VAIHINGER, Die Philos. des Als ob., 1911; A. GRÜNBAUM, Archiv f. d. gesamte Psychol. XII, 1908. — VgL Apokatastasis („Wiederkunft des Gleichen"), Uniformität, Ähnlichkeit, Identität, Rechtsphilo- sophie, Soziologie, Assoziation. (Glückseligkeit, beatitudo) ist der dem Grundwillen einer Person völlig angemessene Lebenszustand, bzw. der Zustand der den Willensbefriedigung, der Erfüllung der zentralen Wünsche, der lichung der am höchsten gewerteten Zwecke; sofern dieser Zustand mäßig betont ist, besteht ein „Glücksgefühl". Je nach der Art des wülens ist das Glück für verschiedene Menschen verschieden; es kann in objektive Lage oder in ein rein innerliches Verhalten gesetzt werden, im lichen Genuß, in der Tätigkeit und Arbeit, im Schaffen, im sozialen in der Macht, Ehre, in der Schmerz- und Bedürfnislosigkeit oder auch in der Tugend, Sittlichkeit gefunden werden. Der Eudämonismus (s.. d.) macht die Glückseligkeit (bzw. die „Wohlfahrt") zum Prinzip des sittlichen Handelns, während der Rigorismus (s. d.) sie als sittliches Motiv nicht anerkennt. Die antike Philosophie legt auf die Glückseligkeit als Ziel des Handelns hohen Wert. Während DEMOKRIT sie in den Seelenfrieden eveoxcb) setzt (Stobaeus, II, 76), besteht sie nach dem Kyrenaiker ARISTIPP in der Summierung einzelner Lustgefühle xb kx xcov Diogen. Laert. II, 87; xr)v ibid.; vgl. II, 94), nach EPIKUR in der Lust, der keine Unlust folgt (1. c. X, 128 ff.; s. Hedonismus). SOKRATES und die legen Wert auf die Bedürfnislosigkeit (s. d.), HEGESIAS auf das leidlose Leben (Diog. Laert. II, 94). Nach PLATON ist glücklich, wer das Gute und Schöne besitzt 202 C). Nach ARISTO- TELES besteht die G. im vernunftgemäßen Verhalten, in der sittlich guten Be- tätigung der Seele (?) kvegyeia xax xeXelav, Eth. I 13, 1102 b 5; vgl. X, 7). Die höchste G. liegt im reinen Denken und Erkennen, daher ist Gott der Seligste (X, Nach den ist die G. eine Folge der Tugend (s. d.), des natur- und vernunftgemäßen Lebens (vgl. CICERO, disput. V, 28, 82; SENECA, De vita beata; Dialogorum XII, 1886; Vom glückseligen Leben, 1909). In die Zuwendung der Seele zum Göttüchen setzt (wie zum Teil schon Platon) PLOTIN die G. (Enneaden I, 8). Die Scholastiker erblicken in der (reinen) Glückseligkeit das höchste subjektive Gut perfectum intellectualis creaturae", THOMAS, Sum. theol. I, 26, ad 1). Das Wesen der G. besteht in der Vernunftbetätigung („essentia beatitudinis in actu intellectus consistit"). — Auch SPINOZA setzt die G. in' das vernünftig-sittliche Leben, in die geistige Vervollkommnung, in die Er- kenntnis und Liebe Gottes (Eth. app. IV; V, prop. XXXVI, Sie 17*
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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