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Handwörterbuch der Philosophie
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260 Gnosis — Gott. ist nicht eine Belohnung der Tugend, sondern liegt in ihr selbst („beatitudo non est virtutis praemium, sed ipsa virtus", 1. c. prop. Ähnlich LEIB- NIZ (Theodizee, Vorw. § vgl. Schriften, hrsg. von Gerhard VII, 86). Nach KANT ist G. zwar kein sittliches Motiv, aber ein Bestandteil des höchsten Gutes (s. d.) als Folge der Sittlichkeit. G. ist „der Zustand eines vernünftigen Wesens in der dem es, im Ganzen seiner Existenz, alles nach Wunsch und Willen geht" oder „die Befriedigung aller unserer Neigungen" (Krit. d. prakt. Vernunft I, 2. B., 2. Hptst.; Krit. d. rein. Vern, S. 611; vgl. Grundleg. zur Metaph. d. Sitten, 1. Abschn.; Krit. d. Urteilskraft, § 87). G. findet sich nirgends in der Natur; nur die glücklich sein" vermag der Mensch zu erreichen. Daß alles Glück nur negativ, d. h. höchstens Freisein von Unlust sei, betont SCHOPENHAUER (vgl. Pessimismus). — Vgl. H. Glück u. Sittlichkeit, 1902; MÜNSTERBERG, Philos. der Werte, 1908, S. ff.; EHRENFELS, System d. Werttheorie, 1897—98, I, ff.; E. BECHER, Die Grundfrage der Ethik, 1908; WUNDT, 1903, S. 503; CATHREIN, Moralphiios., 1904, I, ff.; G. A. LINDNER, Das Problem des Glücks, 1868; M. SCHLICK, Glückseligkeitslehre, 1909; P. APEL, Das innere Glück, 1909; J. Lux, Der Wille zum Glück, 1910; J. Glückseligkeit, 1910; W. OSTWALD, Annalen der Naturphilos. IV, 1905 (Energetische formel); SCHUBERT-SOLDERN, Das menschliche G. u. d. soziale Frage, 1896; R. WANDERER, 1912; E. v. HARTMANN, Phänomenol. d. Bewußt- seins, 1879. — VgL Optimismus, Eudämonismus, Hedonismus, Utilitarismus, Sittlichkeit. Gnosis Erkenntnis): höhere Art der Erkenntnis, spekulativ- metaphysische Deutung religiöser Anschauungen und Prozesse. Die orthodoxen Gnostiker (CLEMENS, ORIGENES) wollen nur den religiösen Glauben durch philosophische Erkenntnis stützen. Die sog. „häretischen" Gnostiker hingegen VALENTINUS, ferner CERINTHUS, SATURNINUS, CERDON, MAR- CION, APELLES, KARPOKRATES, BARDESANES, die und deuten religiöse Momente spekulativ-phantastisch aus, unter dem neuplatonischer Anschauungen. Es emanieren nach ihnen aus dem „Urvater" die „Äonen" (s. d.), deren letzter, die „Sophia" (Weisheit) als „Achamoth" durch Abfall ins Leiden verfällt, von dem sie durch Christus (Jesus) erlöst wird. Vgl. F. CHR. BAUR, Die christliche Gnosis, 1835; W. SCHULTZ, Doku- mente der Gnosis, 1910; E. H. SCHMITT, Die Gnosis, 1903; J. MATTER, Krit. Gesch. des Gnostizismus, 1833. — Pistis Sophia, deutsch 1905. — Vgl. Gott, Demiurg. Goldener Schnitt (vgl. LUCA PACIOLO, De divina proportione, 1509) heißt die Teilung einer Strecke in der Weise, daß der kleinere Teil sich zum größeren verhält, wie dieser zur Summe beider Teile. Dieses Verhältnis erregt ästhetische Lust. VgL ZEISING, Ästhet. Forschungen, 1855; Neue Lehre von den Proportionen des menschL Körpers, FECHNER, Zur experim. 1871; Vorschule d. Ästhetik, I; WUNDT, Grdz. d. phys. Psychol. III5, 1903, 148 ff. Gott deus) ist das „höchste Wesen", das „Absolute", der „Ur- grund" der diejenige Einheit, welche Denken, Gemüt und Wille als oberstes Prinzip fordern. G. ist kein Gegenstand der Erfahrung, sondern eine „Idee"; er ist absolut „transzendent" (s. d.), wird aber auf Grund von Er-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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