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Handwörterbuch der Philosophie
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261 fahrungen und Erlebnissen geglaubt oder postuliert, aus Gemüts- wie aus theoretischen Bedürfnissen heraus (s. Religion). Die Natur der Gottesidee ist eine solche, daß alles, was wir von Gott aussagen können, sein absolutes Wesen nicht Gott könnte nur Gott erkennen, endüche Wesen urteilen immer nur vom Endlichkeitsstandpunkt und können mit den Kate- gorien ihres Denkens das über alle Relationen und Bestimmtheiten erhabene „Übersein" des Absoluten nicht treffen. G. ist demnach etwas anderes als etwa der Inbegriff aller Dinge, ebensowenig aber ist er ein besonderes „Ding". Sondern er ist die über den Gegensatz von Subjekt und Objekt, Ich und Nicht-Ich, Natur und (endlichen) Geist, numerische Einheit und Vielheit er- habene die weder als unpersönlich noch als menschlich-persönlich, sondern als „überpersönlich" zu denken ist; nicht als (zeitliche) „Ursache", sondern als oberster, überzeitlicher „Grund" der die in sich be- schließend und sie zeitlos setzend, von ihr als der Totalität einzelner Dinge unterschieden und sich unterscheidend, in ihrer Allheit sich offenbarend, als überzeitliche, positive Unendlichkeit, als ewiger Weltwille, der alle Einzelwillen, die einander gegenüber selbständig sind, in sich zu höchster Einheit zusammenfaßt (Panentheismus). Der Theismus (s. d.) faßt G. als ein von verschiedenes und geschiedenes, persönliches, schöpferisches Wesen auf (vgl. Deismus). Der Atheismus (s. d.) nimmt überhaupt keinen G. an. Der Pantheismus (s. d.) betont die „Immanenz" Gottes in der Gott ist nicht ein von verschiedenes Wesen, sondern die ursprüngliche, wahre Einheit desselben Seins, das als eine Summe von Dingen bildet. Je nachdem diese als Natur oder als Geist aufgefaßt wird, ist der Pantheismus naturalistisch oder idealistisch. Der Panentheismus (s. d.) vereinigt die Transzendenz mit der Immanenz Gottes: die ist in Gott, Gott in der aber so, daß Gott eine von der Natur als solcher verschiedene (persön- liche oder überpersönliche) Einheit darstellt. In einer dem eigentlichen Theismus nahekommenden Weise lehren betreffs der Gottheit ANAXAGORAS (S. Geist), SOKRATES (Xenophon, I, 1, 19; IV, 3, 13; I, 5, 18). Nach PLATON ist G. die „Idee des Guten", daa Gute an sich", erhaben über alle Dinge avxb 211 B), überseiend VI, 209 ß), der Weltgrund, (s. d.). Nach ARISTOTELES ist G. reine „Form" (s. d.), unveränderliche Tätigkeit (kvegyeia reines Denken seiner selbst, seines eigenen Denkens vorjoecog, Metaphys. XII 9, 1074 b 34), der un- bewegte „erste Beweger" 1. c. XII, 7), der aber die nicht mehr eingreift, sondern nur durch die „Liebe" der Dinge zu ihm be- einflußt cog 1. c. XII 7, 1072 b 3). '— In pantheistischer Weise lehren im Altertum die indischen Upanischads (vgl. Deussen, Allgem. Gesch. d. 1894—99, I, 1. u. 2. Teil; vgl. Brahma), LAO-TSE (S. Tao), ANAXIMANDER (S. Apeiron), HERAKLIT (S. Logos), XENOPHANES, nach welchem Gott das ist xb ov xal näv; xb xbv Aristoteles, Metaphys. I 5, 986 b 24), einheitlich, ungeteilt, ewig, los, allwissend, allherrschend (Sext. Empir., Adv. Mathem. IX, 144; Diog. Laert. 19; vgl. Anthropomorphismus). Ferner PARMENIDES (S. Sein), STRATON aus PLINIUS, die Stoiker, nach welchen G. ein (s. ein ätherisches, gestaltendes „Feuer" (nvg
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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