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270 Güterlehre — Halluzination.
nis, 1889, S. 17 („Das mit richtiger Liebe zu Liebende, das Liebwerte ist
Gute"); G. E. MOORE, Principia ethica, 1903; H. The Theory of
Good and 1907; Lehrbuch d. Phüos., II8, 1912; E.
Gut und Böse, 1906; NIETZSCHE, Jenseits von Gut und Böse, 1886; DÜRR,
Das Gute u. d. 1911. — VgL Sittlichkeit, Wert, Optimismus,
Rigorismus, Sollen, Pflicht, Böse, Intuitionismus.
ist derjenige Teil der Ethik (s. d.), der das Wesen und die
Arten der geistigen, sozialen, sittlichen Güter behandelt (vgl. SCHLEIERMACHER
u. a). Als „Wissenschaft von den Werten" definiert sie A. DÖRING (Philos.
Güterlehre, 1888, S. 6 ff.). sind physische oder geistige Objekte die
Anspruch auf positive Bewertung haben, weil sie geeignet sind, das mensch-
liche Leben und dessen Ziele zu fördern; sittliche Güter sind die den Sitt-
lichkeitszweck fördernden Objekte, Verhältnisse, Organisationen, kulturellen
Gebilde.
Verschiedene Arten der Güter unterscheidet ARISTOTELES, welcher die
geistigen Güter zuhöchst wertet, aber auch physische Güter als Unterstützung
des sittlichen Lebens schätzt (Eth. I, 8, 9; VII, 14; VII,
Nach den Stoikern sind wahre Güter nur die Tugenden (s. Adiaphora),
gibt nach den späteren Stoikern auch noch „Vorzuziehendes" (vgl. Diogen.
Laert. VII, 95 ff.). — Nach SCHLEIERMACHER ist ein Gut jedes
bestimmter Seiten von Vernunft und Natur". Höchstes Gut ist die „Gesamt-
heit der Wirkungen der menschlichen Vernunft in aller irdischen Natur".
Die ethischen Güter sind Staat, Gesellschaft, Schule und Kirche
der philos. Sittenlehre, 1841, § 91 ff.). Vgl. A. DÖRING, Philos. Güter-
lehre, 1888; J. CLASS, Ideale u. Güter, 1886.
Habitus habitus): Gewohnheit, Beschaffenheit (PLATON), dauernde
Eigenschaft, dauerndes Verhalten, Fertigkeit (ARISTOTELES, Metaphys.2,
IV, 19; 20; die Tugenden sind Eth. Nicom. I, 13; II, 2; vgl.
PERKMANN, Der Begriff des Charakters bei Platon u. Aristoteles, 1909, S. 11
THOMAS, Sum. theol. II, 50, 1). Vgl. KREIBIG, Werttheorie, 1902, S. 192. —
Über das „Haben" vgl. Kategorien (Aristoteles), Objekt (Rehmke), Urteil.
„Diesheit" (CHR. WOLFF), Dieses — Sein
TELES) bedeutet seit DUNS SCOTUS (Quaestion. super Metaphys.
qu. 13, 9) die individuelle Besonderheit („differentia individualis"), das, was
die Art zum Individuum macht, die Wesenheit des Individuellen (z. B. die
„Socratitas"). Vgl. Individuation.
ist eine Erinnerungsvorstellung, die, infolge abnormer
Erregung und (vorübergehender oder bleibender) Störungen des Gehirns bzw.
der Psyche, so stark und lebhaft ist, daß sie als eine Sinneswahrnehmung er-
scheint. Der Halluzinierende sieht nicht vorhandene Dinge („Visionen"), er
hört Stimmen („Akoasmen"). Von der (s. d.) ist die H. nur graduell
verschieden, es fehlt auch bei den Halluzinationen nicht an veranlassenden
Wahrnehmungselementen, mit denen Erinnerungselemente verschmelzen. Den
„Pseudo-Halluzinationen" mangelt der Eindruck des Objektiven. Vgl.
ROL, Des maladies mentales, 1838; PARISH, Über die Trugwahrnehmungen,
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften