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Handwörterbuch der Philosophie
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Harmonie. gegensätzlicher Anschauungselemente zur wohlgefälligen Einheit (ästhetische H.), Übereinstimmung verschiedener Willensrichtungen, Triebe, Interessen, psychischer Tendenzen zur Einheit der Persönlichkeit H., H. des Charakters), Übereinstimmung verschiedener Individuen und ihrer Zwecke zur Einheit einer Gemeinschaft H.). Jede Art der H. be- dingt ein Zusammenfassen des Verschiedenen und die H. der beruht, so- weit sie vorhanden ist, auf einer wechselseitigen Anpassung der Dinge, ist also Entwicklungsprodukt, wobei die Tendenz zur Harmonie im Wesen von vornherein begründet sein wie sie jedenfalls im Organischen und im Geistesleben zum Ausdruck kommt (s. Einheit). Den Begriff der musikalischen H. übertragen die Pythagoreer auf die in welcher die Gegensätze harmonisch vereinigt sind; alles ist Harmonie harmonisch geordnet (xbv oXov xal Aristo- teles, Metaphys. I, 5; vgl. Diog. Laert. VIII, 33; vgl. Zahl). Eine H. ist auch »die Seele (s. d.), die Tugend (Diog. L., VIII, 33). Es besteht auch eine n h r m o ein (von uns nicht wahrnehmbarer) Zusammenklang der das Zentralfeuer sich bewegenden Planeten (Aristot., De coelo II, 9). Nach HERAKLIT gehen die Gegensätze in der zur Harmonie zusammen wie „Bogen und Leier" oxcooneg xal 2b ff.). Die Weltharmonie lehren die PLOTIN, die „Schrift von der später NICOLAUS CUSANUS, PARACELSUS, KEPLER, GIORDANO BRUNO, SHAFTESBURY, nach welchem die in der H. zwischen selbstischen und altruistischen Neigungen besteht (vgl. Die Moralisten, deutsch von K. Wolff, 1910), SCHILLER (Philos. Briefe, 1786), HERDER, KANT (in der vorkritischen Periode), SWEDENBORG, der von einer „konstabilierten" H. spricht, u. a. Den Begriff der prästabilierten (von Gott voraus hergestellten) H. („har- universelle") stellt, in Weiterbildung Okkasionalis- (s. d.), LEIBNIZ auf (vgl. Philos. Schriften, hrsg. von Gerhardt, III, 67, 121 f.). Hiernach können die „Monaden" (s. d.), die einfachen, immateriellen Substanzen, •einander nicht direkt beeinflussen, aufeinander nicht direkt einwirken, da sie als ein- fache Wesen von außen nicht modifizierbar sind (sie haben „keine Fenster"). aber stehen sie in streng geordneten, gesetzlichen Beziehungen zuein- so daß alles Geschehen so abläuft, als ob die Dinge miteinander in Wechsel- wirkung ständen. In Wahrheit besteht hier nur ein Einfluß: Gott ursprünglich die Monaden so geschaffen, daß deren Zustände einander ge- angepaßt sind, mit „Rücksicht" auf die der anderen, also im genauen Parallelismus zu ihnen, ablaufen, einander koordiniert sind. Jede Monade hat Bezüge, durch die alle anderen Monaden ausgedrückt werden; ihre Zustände einander so, als ob der eine die direkte Wirkung eines andern wäre, indem diese genaue Zuordnung doch nur in der von Gott stammenden herrührt faut que chacune ait cette nature d'une cause universelle, dont ces tous qui fasse que Fun soit parfaitement et correspondant avec (Nouv. Essais IV, § 11; vgl. Monadolog. 51 ff.). Insbesondere besteht eine solche H. zwischen Leib und Seele, Physischem und Psychischem; ohne aufeinander zu wirken, «entsprechen sie einander auf das genaueste, wobei jede Reihe des Geschehens ihren eigenen Gesetzen folgt. Geist und Körper drücken dasselbe Universum jeder seine Weise aus ses propres et le corps aussi siennes, «et se rencontrent en vertu de entre toutes les
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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