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Hexis — Homöomerien. 277
gute Hypothesen (s. d.), auch Fiktionen (vgl. VAIHINGER, Die Philos. des Als
ob, 1911, S. 19 ff.). Vgl. Idee, Regulativ, Zweck (KANT).
s. Habitus.
Hilfen sind nach HERBART Vorstellungen, die einander im Tragen der
Hemmung (s. d.) unterstützen (Psychol. als Wissenschaft 1, § 42 ff.; vgl. Re-
produktion). — Hilfsbegriffe sind Begriffe, denen kein direkter Gegenstand
in der Erfahrung entspricht, die aber die Erreichung des Denkzweckes ver-
mitteln, erleichtern (vgl. VAIHINGER, Die Philos. des Als ob, 1911, S. 19 ff.).
— VgL Materie (WUNDT).
ist die Tendenz, die geistigen Gebilde oder Kulturgebilde
(Recht, Sittlichkeit, Religion usw.) als Produkt historischer Entwicklung zu
betrachten oder sie als historisch bedingt und wandelbar zu beurteilen und zu
werten, wobei das von Gesetzlichkeiten, Postulaten, Normen,
welche Wesen des Geisteslebens, der Kultur, des überhaupt
wurzeln, verkannt wird. Wenn auch die Geschichte eine unentbehrliche Quelle
für die Erkenntnis der Entwicklungstendenzen der Menscheit bildet, so kann
doch das „Sollen" (s. d.) bloß aus dem Sein, Gewesen- und Gewordensein nicht
abgeleitet werden. Vgl. NIETZSCHE, Unzeitgemäße Betrachtungen Vom
Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben (Wir brauchen Geschichte
„zum Leben und zur Tat, nicht zur bequemen Abkehr vom Leben und von
der Tat"; „nur soweit die Historie dem Leben dient, wollen wir ihr dienen");
WUNDT, 1908, S. ff.; EUCKEN, in: Kultur der Gegenwart I 6,
S. ff.; in: Die Philos. im Beginn des 20. Jahrhunderts, hrsg. von
Windelband, II, 117; WENTSCHER, Ethik 1902, I, 125; GOLDSCHEID, Grund-
linien zu einer Kritik der Willenskraft, 1905 — alle gegen die Einseitigkeit des
H. — Vgl. Rechtsphilosophie.
Out s. Gut.
Holomerianer hießen die Vertreter der Ansicht, nach welcher die
immaterielle Seele ganz in jedem Teile des Leibes existiert, im
zu den nach welchen der Geist nirgends (nullibi),
d. h. in keinem räumlichen Orte sich befindet (vgl. H. MORE, Enchirid. meta-
phys. 27, 1). VgL Seelensitz.
Homogen: von einer Gattung, gleichartig. Vgl. Entwicklung (SPENCER).
Homologie Übereinstimmung, des Handelns mit der Natur,
mit der Vernunft vgl. Sittlichkeit; bei CICERO: „con-
De finibus III, 6, bei SENECA : „aequalitas ac tenor vitae per
consonans sibi", Epist. 31, 8). In der Biologie bedeutet H. die Über-
einstimmung von Organismen in der Struktur, Lage und Funktion von
Organen.
die Lehre des PROTAGORAS, der Mensch sei
das Maß der Dinge. Vgl. Relativismus.
Homöomerien homoeomeria: LUCREZ, De
natura I, 830 ff.) nennt ARISTOTELES (Metaphys. I 3, 984 a De coelo
III 3, 302 a 31) die von angenommenen qualitativen, unver-
änderlichen Elemente der Dinge. Es gibt ihrer unbegrenzt viele,
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften