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Handwörterbuch der Philosophie
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Hypothesis — Hypothetische Schlüsse. et S. 2 ff., 179 ff.; deutsch 1904). Nach WUNDT sind Hypothesen Voraussetzungen, welche zur- Erklärung der Tatsachen gemacht werden und diese selbst streng bestimmt sind (Logik 1906, S. 437 ff.). Den Unterschied zwischen der verifizierbaren H. und der von der Wirklichkeit be- wußt abweichenden, nur „Fiktion" (s. d.) betont VAIHINGER, welcher auch zeigt, wie durch Fiktionen zu Hypothesen, zu Dogmen werden und umgekehrt (Die Philos. des Als ob, 1911, S. 219 ff.). — VgL UEBERWEG, Logik5, 1882, § 134; E. La logique 1880; SIGWART, Logik II2, 1893; 4. A. 1911; Beiträge zur Lehre vom hypothetischen Urteil, 1879; STÖHR, Lehrbuch der Logik, 1910; Philos. der unbelebten Materie, 1907 („Hypothetik"); HILLEBRAND, Zur Lehre Ton der Hypothesenbildung, 1896; P. BIEDERMANN, Die Bedeutung der H., 1894; COHEN, Logik, 1902, S. 371 f.; E. LEHMANN, Idee und Hypothese bei Kant, 1909; JEVONS, Leitfaden der Logik, 1906, S. ff.; P. VOLKMANN, Erkenntnistheoretische Grundzüge der Naturwissenschaften, 1896; 2. A. 1910; ENRIQUES, Probleme der Wissenschaft, 1910; GÖRLAND, Die H., 1911. Vgl. Physik, Theorie, Mechanistisch, Beschreibung. Hypothesis 1. Bedingung, Vordersatz eines hypothetischen Urteils (s. d.); 2. Voraussetzung (s. d.), Grundlegung der Erkenntnis durch das Apriorische (s. d.) des reinen Denkens als Bedingung objektiver Erkenntnis, der Gegenstandsbestimmung. Vgl. PLATON (Phädon, 100—101, 107 B; Republ. VI, 510 VII, 533 C; 475 E, 482 C); ARISTOTELES (Analyt. poster. 72 a 18; Analyt. prior. I, 10; I, 44); COHEN, Ethik, 1904, S. 81, 481; Ideenlehre, 1903; Die logischen Grundlagen der exakten Wissensch., 1910; N. HARTMANN, Logik des Seins, 1911, S. 235 ff. Vgl. Idee, Kategorie, Ursprung. (kg bedingt, einer Voraussetzung, fraglich. Hypothetische Schlüsse (Bedingungsschlüsse) sind Schlüsse mit einem hypothetischen Urteil als (gemischt h. S.) oder mit zwei hypo- thetischen Urteilen als Prämissen (rein h. S.). Die h. S. stützen sich auf die Regel: Mit dem Grund (s. d.) ist die Folge gesetzt, mit der Folge auch der Grund aufgehoben, verneint. Hauptformen der gemischt-hypothetischen S. sind: 1. Modus ponendo ponens: Wenn S ist, ist P; S ist; Also ist 2. M. ponendo tollens: Wenn S ist, ist P nicht; S ist; Also ist P nicht. 3. M. tollendo tollens: Wenn S ist, ist P; P ist nicht; Also ist S nicht. 4. M. tollendo ponens: Wenn S ist, ist P nicht; S ist nicht; Also ist P (vielleicht). — Der rein-hypothetische S. hat die Form: Wenn M ist, ist (ist nicht) P; Wenn S ist, ist M; Wenn S ist, ist (ist nicht) P; oder: Wenn S ist, ist (ist nicht) M; Wenn S ist, ist nicht (ist) M; Wenn S ist, ist nicht P; oder: Wenn M ist, ist P; Wenn M ist, ist S; Bisweilen, wenn S ist, ist P. — Schlüsse haben die Form: 1. Wenn A ist, so ist entweder B oder C oder D; A ist; Also ist entweder B oder C oder D; 2. Weder B noch C noch D ist; Also ist A nicht (vgl. LINDNER-LECLAIR, Lehrbuch der allgemeinen 1903, S. 112 ff.; die Logiken von UEBERWEG, WUNDT, SIG- WART, B. ERDMANN U. a.; KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 219 f.). Betreffs THEOPHRAST, EUDEMOS, CHRYSIPPUS vgl. PRANTL, Ge- schichte der Logik 1855, I, 476 ff.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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